Gefahr für seltene Arten: Vogelgrippe bedroht Australiens einzigartige Tierwelt
Die Vogelgrippe war in Australien lange unbekannt – nun breitet sich das H5-Virus aus. Delfine und Robben sind schon betroffen. Was bedeutet das für ikonische Arten wie Koalas und Tasmanische Teufel?
Eine neue Vogelgrippe-Epidemie bedroht Australiens einzigartige Tierwelt, darunter viele seltene Arten. Bislang waren es nur einzelne kranke Zugvögel an den Küsten. Doch erhielten die Behörden Anfang September bereits mehr als 460 positive Fälle des H5-Virus. Endemische Vogelarten wie Eilseeschwalben und Silberkopfmöwen sind betroffen.
Erstmals wurden Säugetiere infiziert, darunter ein Rotfuchs, ein Langnasen-Seebär und ein Gemeiner Delfin. Die große Frage ist, welche anderen Arten der einzigartigen australischen Tierwelt das Virus erreichen könnte. Die Tierwelt war bisher diesem Virus nicht ausgesetzt, erklärt Galit Tzipori, leitende Veterinärin des Lone Pine Koala Sanctuary.
Experten befürchten, dass das Virus auch den letzten Vogelgrippefreien-Kontinent erreichen könnte, da Millionen Zugvögel jedes Jahr aus antarktischen Regionen Australiens erreichen. Die Virusübertragung ist durch Vogelkontakt, aber auch durch Fleischfresser und Raubtiere möglich, die tote Vögel fressen würden. Dingos in Küstengebieten und Tasmanische Teufel und Allesfresser wie Tüpfelbeutelmarder könnten sich infizieren.
Vierzehn Arten könnten im schlimmsten Fall vollständig verschwinden, darunter der Weißbauch-Fregattvogel und der Heraldsturmvogel. Für fast 400 heimische Vogel- und Säugetierarten wird ein hohes bis extremes Risiko durch H5N1 ausgewiesen. Impfungen werden in Tasmanien und auf Phillip Island in Neuseelands Nähe bei seltenen Vogelarten wie dem Goldbauchsittich und Zwergpinguinen durchgeführt. Australien arbeitet mit internationalen Tierparks zusammen, um die Bedrohung zu bewältigen.
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