USA: Gesetze, Klagen, Steuervorteil – so streitet Amerika über Trinkgeld
Roboter-Barista erbitten Trinkgeld, New York zwingt Liefer-Apps zur Abfrage. Der freiwillige Dank wird in Amerika zur Machtfrage und beschäftigt Gerichte – mit Signalwirkung für Deutschland.
Im New Yorker Trendviertel Chelsea Market arbeitete vor kurzem ein Barista, Jarvis, ein silberner Roboterarm des Start-ups Artly, der Espresso zubereitet und Milch schäumte. Kunden bestellten an einem Bildschirm und zahlten einen Trinkgeldbetrag, der je nach Service zwischen fünf und sieben Dollar betrug. Das Anliegen des Gesetzes, dass Trinkgelder abgefragt werden sollen, hat Konsumforscher Michael Lynn von der Cornell University übel.
Er selbst gibt fast nie Trinkgeld bei Bestellungen zum Mitnehmen oder an der Theke, da er glaubt, dass die meisten Amerikaner das heute tun. In Restaurants wird der Mindestlohn, der in New York City bei 17 Dollar liegt, oft durch Trinkgelder ergänzt. Große Teile des Mindestlohns zahlen die Gäste, wenn sie nicht reichen, und nur in seltenen Fällen muss der Arbeitgeber die Lücke schließen.
Ein Stadtratsentwurf sieht vor, dass Trinkgelder in den Restaurants mehrere Jahre nicht mehr verrechnet werden dürfen.
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