Karriere und Partnerschaft: Jobwechsel in der Partnerschaft: Wie wird der Schritt fair?
Ein Jobwechsel betrifft oft nicht nur die Person, die ihn anstößt: Plötzlich verschieben sich Zeit, Aufgaben und Belastungen im gemeinsamen Alltag. Wie finden Paare heraus, was für beide fair ist?
Beruflicher Ehrgeiz beginnt oft als persönlicher Plan, bis das Einkommen, Wohnort oder Kinderbetreuung betroffen sind. Dann wird es eine gemeinsame Angelegenheit. Psychologin und Paarberaterin Gesche Nietfeld erklärt, warum berufliche Veränderungen in einer Partnerschaft oft unfruchtbar sind und wie man eine faire Lösung finden kann.
Für Nietfeld ist eine berufliche Veränderung sowohl persönlich als auch einentsprechender Entscheidung des Partners. Der Wunsch nach Veränderung ist individuell, aber wenn es um gemeinsame Ressourcen wie Einkommen oder Wohnort geht, müssen sie beide einverstanden sein. Probleme entstehen häufig praktisch, z. B. wer kümmert sich um Kinderbetreuung oder wie das Einkommen sich ändert.
Typische Konflikte sind praktischer Natur. Fragen wie wer die Kinder abholt, wenn jemand länger arbeitet, oder was passiert mit dem gemeinsamen Einkommen, wenn jemand eine Weiterbildung macht, sind nur einige Beispiele. Unter den unsichtbaren Hintergründen stehen Autonomie und Entwicklung gegenüber Sicherheit und Verlässlichkeit. Eine neue Position kann Freiheit und Selbstentfaltung bedeuten, aber auch Unsicherheiten für den anderen.
Konflikte können festgefahren sein, wenn es nur um Positionen geht. Der eine sagt, er möchte es machen, und der Partner sagt, es geht nicht. Nietfeld empfiehlt, sich vorzustellen, wie ein typischer Dienstag nach der Veränderung aussehen würde und gemeinsam über Einkommen, Arbeitszeiten und Freizeit nachzudenken.
Ein Austausch über Werte, Grenzen und Befürchtungen hilft, Phasen beruflichen Übergangs zu bewältigen. Nach einer Bestandsaufnahme der aktuellen Routinen und einer Überlegung, welche Punkte durch die Veränderung betroffen wären, sollte jede Partei wissen, was sie einlässt. Eine schnelle, faire Entscheidung ist nicht unbedingt eine, bei der beide gleich begeistert sind, sondern eine, bei der beide verstehen, worauf sie sich einlassen.
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