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Fahrradindustrie: Rückkehr des Gründers und WM-Erfolge: So arbeitet sich Fahrradhersteller Canyon aus der Krise

Die Branche hat schwierige Jahre mit Überkapazitäten, Preisschlachten und Insolvenzen hinter sich. Canyon aus Koblenz wächst wieder – nun muss sich die Nachhaltigkeit erweisen.

Fahrradindustrie: Rückkehr des Gründers und WM-Erfolge: So arbeitet sich Fahrradhersteller Canyon aus der Krise

Am Ende der Rad-WM in Montreal gewann Mathieu van der Poel auf einem Canyon-Rad die Bronzemedaille im Straßenrennen. Marlen Reusser hatte bereits bei den Frauen die Goldmedaille im Zeitfahren gewonnen. Insgesamt sicherten sich die Fahrer aus Koblenz sechs Medaillen. In einer Zeit, in der die Fahrradindustrie sich aus einer tiefen Krise herausarbeitet, gab das neuerliche Erfolgserlebnis einen Schub.

Roman Arnold, Gründer von Canyon, kehrte im September 2025 in die operative Führung zurück, um den Wende zu steuern. Ein Jahr später hat das Unternehmen Fortschritte gemacht: Die Erlöse im ersten Halbjahr stiegen um zehn Prozent auf 427 Millionen Euro und das Ergebnis war zum ersten Mal seit zwei Jahren positiv. Matias Meier, CEO neben Arnold, erklärte, dass sie noch beweisen müssten, dass die Wende nachhaltig ist.

Die Krise begann mit der Corona-Pandemie, als ein Fahrradboom stattfand. Händler und Hersteller hatten starke Nachfrage, konnten aber wegen fehlender Teile nicht bedienen. Wenn dann Räder und Ersatzteile verfügbar waren, blieb die Nachfrage aus. Hohe Lagerbestände, Rabattaktionen und Pleiten folgten. Canyon hatte zu spät darauf reagiert und war aufgrund des Einzelhandels mit seinen günstigeren Preisen nicht mehr wettbewerbsfähig.

Trotzdem gelang es dem Unternehmen, die Wende zu machen, indem es in die Test- und Prüfabteilung sowie ein neues E-Bike-Zentrum investierte. Die Kapazitäten waren zu optimistisch ausgebaut worden, was zu Verlusten führte, und die Beschäftigung wurde auf 1300 Mitarbeiter reduziert.

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