Kampf um Strom und Wasser: Ein Schweizer Weltmarktführer zeigt das grosse Paradox beim Siegeszug von KI
Künstliche Intelligenz wird immer effizienter und braucht doch immer mehr Ressourcen. Es ist einer der ältesten Widersprüche des Fortschritts – bis zurück zur Dampfmaschine.
Künstliche Intelligenz (KI) ist immer effizienter geworden, aber sie benötigt immer mehr Ressourcen. Dies ist ein Paradoxon, das Historiker auf die Dampfmaschine zurückverfolgen können. Aktivistengruppen in der Schweiz haben gegen den Bau von Datenzentren protestiert, da sie befürchten, dass diese den Wasserverbrauch und den Energiebedarf erhöhen und damit die Klimakrise verschärfen würden.
Ein Schweizer Unternehmen, Sonova aus Stäfa, nutzt KI, um seinen Energieverbrauch zu senken. Seit 2024 stellt das Unternehmen Hörgeräte her, die KI einsetzen. Im Laufe der Zeit hat sich die KI verbessert und verbraucht bis zu 37 Prozent weniger Strom als bei früheren Modellen. Damit könnten die Batterien des Hörgeräts längere Zeit unterstützen.
KI hilft auch dabei, Geräusche in der Umgebung zu analysieren und die gewünschten Töne zu unterscheiden. Dies ist für Hörgeräte von entscheidender Bedeutung, da sie in lauten Umgebungen laufen müssen. Trotz der Fortschritte bleibt der Energieverbrauch eine Grenze für die Leistung eines Hörgeräts. Anders Rosengren, Forschungsleiter von Sonova, sagt, dass die Forscher immer daran arbeiten, den Energieverbrauch zu optimieren.
Das Jevons-Paradoxon zeigt, dass eine höhere Effizienz bei der Nutzung einer Ressource zu einer höheren Nachfrage und damit zu einem höheren Gesamtverbrauch dieser Ressource führen kann. Der Strombedarf von Datenzentren steigt in einer Welt wachsender Effizienz weiter an. Die Internationale Energieagentur (IEA) erwartet, dass der globale Stromverbrauch von Datenzentren bis 2040 eine Größenordnung haben wird, die der des ganzen Russlands entspricht.
In der Schweiz wird der Anteil der Datenzentren am Stromverbrauch im Jahr 2030 auf 4,3 bis 5,6 Prozent ansteigen. Das ist ein erhebliches Wachstum und ein ernstzunehmender Herausforderung für die Stromerzeugung. Allerdings prognostizieren Analysten von Barclays und Morgan Stanley, dass die Stromerzeugung in Europa mit dem wachsenden Bedarf Schritt halten könnte, vor allem durch den Ausbau erneuerbarer Energien.
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