Lebensmitteleinkauf: Was Rabatt-Apps so beliebt macht – und was kritisiert wird
Rabatt-Apps versprechen exklusive Sparvorteile. Verbraucherschützer sehen genau darin eine Benachteiligung. Ein großer Teil der Kunden nutzt die Apps, hat daran jedoch oft auch etwas auszusetzen.
Lebensmittelkauf: Vorteile und Kritik an Rabatt-Apps
Viele Menschen installieren Lebensmittel-Apps auf ihr Handy, um zusätzliche Rabatte zu erhalten. Der Verbraucherzentralen Bundesverband (vzbv) sieht dies jedoch als Diskriminierung und hat den Discounter Lidl in einem Prozess verklagt. Das Brandenburgische Oberlandesgericht wird den Fall (Az. 6 UKl 2/25) im Dienstagsverfahren entscheiden.
Kritiker behaupten, dass ältere, behinderte oder jüngere Menschen durch die Nutzung dieser Apps benachteiligt wären, da ihnen die entsprechenden Geräte oder Apps möglicherweise nicht zur Verfügung stehen oder nicht genutzt werden. Die Kritik erstreckt sich auch auf die Discounter Netto und Penny, wobei diese Klagen aufgrund fehlender Beweise unterbrochen wurden.
Allerdings ist eine Revision eingereicht worden, was eine weitere Befassung des Bundesgerichtshofs mit dem Thema bedeutet.
Vorteile der Apps sind beispielsweise die Möglichkeit, Produkte und Sonderangebote auf dem Smartphone zu entdecken. Registrierte Kunden können auch Bonus- und Treueprogramme bei vielen Einzelhändlern nutzen und erhalten Rabatt-Coupons, wenn sie eine bestimmte Einkaufssumme innerhalb eines Monats erreichen. Eine Studie ergab jedoch, dass Verbraucher mit Rabatt-Apps nur wenig sparen, wobei die durchschnittliche Ersparnis etwa ein Prozent der gesamten Ausgaben über alle Händler hinweg beträgt.
Es gibt jedoch keine universal geltenden App-Rabatte. Aldi Nord und Aldi Süd verzichten vollständig auf Bonusprogramme mit App-Rabatten und präsentieren stattdessen einen Preis für alle und ohne Bedingungen. Handelsexperte Stephan Rüschen von der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Heilbronn sieht diesen Weg bei Aldi als erfolgversprechend und sinnvoll.
Bonusprogramme seien bei den Kunden umstritten, da viele sie für zu kompliziert halten. Aldi unterscheidet sich in diesem Bereich von anderen Lebensmittelhändlern, da es seine Glaubwürdigkeit gefährden würde, wenn es ein Treueprogramm einführt.
Für Händler und Kunden ist die Nutzung von Rabatt-Apps eine Art Tauschgeschäft. Angemeldete Kunden erhalten exklusive Vorteile, während die Händler treue Kunden und deren Daten gewinnen, um das Kaufverhalten besser zu analysieren und Kaufentscheidungen zu beeinflussen. Branchenexperten erkennen jedoch eine gewisse Sättigung an, da die meisten Menschen nicht 10 oder 20 verschiedene Apps verwahren möchten, um Rabatte zu sammeln. Laut IFH-Analyse haben die Befragten im Durchschnitt 4,2 Apps von Händlern installiert.
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