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Grußkarten: Handgeschriebene Grüße im KI-Zeitalter – funktioniert das?

WhatsApp verdrängt die Urlaubskarte, das Postkartengeschäft schrumpft. Könnten auch Grußkarten passé sein? Zwei Verleger glauben an das Gegenteil und wollen ihren Umsatz verdreifachen.

Grußkarten: Handgeschriebene Grüße im KI-Zeitalter – funktioniert das?

Handgeschriebene Grüße auf Papier gelten oft als einer der letzten Formen des persönlichen Schriftverkehrs. Doch im Zeitalter der künstlichen Intelligenz wird zunehmend anzumerken sein, ob diese Kunst der persönlichen Botschaft in der digitalen Ära noch eine Zukunft hat. Burkhard Schepermann und Constantin von Braun, die in Hamburg den Verlag Papiernest gründeten, sind überzeugt von der Zukunft ihrer Branche.

In 2024 erzielte Papiernest einen Umsatz von rund 70 bis 75 Millionen Euro, was eine Steigerung von etwa einem Viertel im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Bis 2025 streben die Unternehmer eine Verdreifachung des Umsatzes an. Papiernest spezialisiert sich auf Gruß-, Hochzeits- und Geburtstagskarten, deren Markt nach Branchenprognosen nur langsam wächst und sogar ein Schrumpfen verzeichnet.

Die Expertin Carina Habke von IFH prognostiziert, dass der Markt für diesen Verlagsbereich nicht das Niveau von vor 2019 wieder erreichen wird. Dennoch erkennt Papiernest die Bedeutung handgeschriebener Grüße für das persönliche Empfinden. Trotz des Rückgangs der Postkartenverkäufe bleibt die Wertschätzung von handgeschriebenen Worten bei den Kunden hoch.

Nur zwei Drittel aller Befragten würden eher einen Urlaubsgruß bevorzugen als eine handgeschriebene Postkarte per Social Media oder E-Mail. Dennoch will Papiernest weiterhin Marktanteile gewinnen, indem es sich auf den stationären Verkauf konzentriert und keine eigene Online-Shop-Betriebsweise betreibt. Damit übernimmt der Verlag auch Kunden von Konkurrenten, die von der Branche abgeschnitten sind, und schafft so Raum für das eigene Handelsmodell.

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