Energie: Umgerüstete Kohlekraftwerke verteuern den Strom für Verbraucher
Der Staat wollte den Bau neuer Gaskraftwerke fördern und gibt stattdessen nun Geld für die Umrüstung alter Kohlemeiler auf Gas aus. Langfristig dürften dadurch die Strompreise steigen.
Umrüstung alter Kohlekraftwerke zu Gaskraftwerken erhöht langfristig Stromkosten für Verbraucher, zufolge einer Berechnung des Analyseinstituts ICIS. Diese Rechnung basiert auf Ergebnissen von Gas-Kraftwerk-Ausschreibungen, veröffentlicht am Dienstag. Die Bundesregierung strebt die Errichtung neuer Gaskraftwerke an, um die Stromversorgung nach dem Kohleausstieg sicherzustellen.
Unterstützt durch staatliche Förderungen, versuchen einige Unternehmen wie Leag, ihren eigenen Kohlekraftwerken eine Gaskessel zum Kamin hinzuzufügen. Dies ist günstiger als der Bau neuer Gaskraftwerke und erhält Fördergelder. Allerdings ist dieser Ansatz kritisch beäugt. Ältere Kohlekraftwerke umrüsten seien nur vermutlich eine gute Idee und führen langfristig zu höheren Kosten für alle Stromverbraucher.
Laut ICIS-Berechnung könnten die Stromkosten mit umgerüsteten Kohlekraftwerken um 2,92 Euro pro Megawattstunde steigen, wenn sie allein zum Strombedarf dienen. Auch ein reines OCGT-Zugang ist teurer als im Basisszenario, bei neun Gigawatt Leistung für den Strombedarf bis 2031. Der Stromverbrauch könnte aber durch mehr Importe aus Nachbarländern ausgeglichen werden, da umgerüstete Kohlekraftwerke nur selten genutzt werden.
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