Gipfeltreffen in der Karibik: Der britische Sklavenhandel: Warum nicht entschuldigen?
Der transatlantische Sklavenhandel wurde von den Briten vor bald 220 Jahren verboten. Die Nachwehen belasten die Menschen in der Karibik aber bis heute - und über die Verantwortung wird gestritten.
Der britische König Charles III. bereitet eine Rede vor, in der er die Rolle seines Landes im transatlantischen Sklavenhandel mit „schönlicher Ehrlichkeit“, „aufrichtiger Trauer“ und Respekt ansprechen wird. Er wird nicht aber formal entschuldigen - das halte er für nicht angemessen. Die Regierung von Premierminister Andy Burnham ist offen für einen Dialog mit allen Betroffenen und möchte eine offizielle Entschuldigung im Namen des britischen Staates anbieten.
Großbritannien war im 18. Jahrhundert eine führende Macht im Sklavenhandel und transportierte Schätzungen zufolge etwa drei Millionen Afrikaner in die Karibik, Nord- und Südamerika und andere Länder. Diese Zahl war nur etwa 2,7 Millionen unter allen von den englischen Schiffen transportierten Menschen. Die Sklaverei in den britischen Kolonien wurde 1834 abgeschafft und der transatlantische Menschenhandel wurde 1807 verboten.
Burnham hat die Reparationen jedoch abgelehnt und betont, dass die britischen Vorgänger für dieses historische Unrecht nicht haftbar gemacht werden können. Die Opposition und bestimmte Karibik-Länder fordern eine Entschuldigung, die britische Premierministerin Kemi Badenoch steht jedoch diesem Antrag ablehnend gegenüber und argumentiert, dass eine offizielle Entschuldigung Ländern Anlass geben könnte, Geld von Großbritannien zu verlangen.
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