Faule Romands? Von wegen: Die Genferseeregion überholt Zürich – und ist der wichtigste Wirtschaftsraum der Schweiz
Die Waadt und Genf haben zusammen weniger Einwohner als der Kanton Zürich, aber ein grösseres Bruttoinlandprodukt. Das zeigen neue Zahlen des Bundes. Welsche Wirtschaftsvertreter fordern nun mehr Gehör in Bern.
Die Waadt und Genf haben zusammen weniger Einwohner als der Kanton Zürich, aber ein größeres Bruttoinlandprodukt (BIP). Neue Zahlen des Bundes zeigen, dass die Genferseeregion nunmehr der wichtigste Wirtschaftsraum der Schweiz ist. Die Deutschschweizer Wirtschaftsvertreter fordern mehr Anerkennung in Bern. Die Romands, wie sie einst als "die Griechen der Schweiz" bezeichnet wurden, arbeiten weniger als die Deutschschweizer und genießen "mediterranes Schlendrian", wie das Magazin Weltwoche berichtete.
Die Wissensblase der Deutschschweizer blickt jedoch anders. Laut neuen Zahlen des Bundesamts für Statistik ist die Romandie der führende Wirtschaftsraum der Schweiz, nicht Zürich. 2024 erzielte die Genferseeregion ein BIP von 190 Milliarden Franken, während Zürich etwa 12 Prozent weniger, nämlich 167 Milliarden, erwirtschaftete.
Selbst wenn man den Wallis ausschließt, übertreffen Genf und die Waadt den BIP-Aufwand Zürich. Die Genferseeregion profitiert von rund 170.000 Grenzgängern aus Frankreich, was zusätzlich zum BIP beiträgt. Die neue Berechnungsmethode des Bundesamts für Statistik schätzt die Wertschöpfung einzelner Regionen genauer ab. Die Waadt und Genf erhielten dank der Revision jeweils einen großen Schub, insbesondere aufgrund der hohen Energiepreise aufgrund der Kriege in der Ukraine und im Iran.
Zürich verlor wiederum leicht durch die Neuberechnung. Diese BIP-Neuordnung könnte in Bern politische Debatten anheizen, insbesondere bei Verteilungsfragen zwischen den Grossregionen und den Kantonen.
Written by urgent.news from NZZ Wirtschaft's reporting — not their text. Machine-written — may contain errors; check the original before relying on it.