Heizungen: Wärmepumpe oder Infrarotheizung – wann lohnt sich was?
Heizen mit Strom liegt im Trend: Infrarotheizungen sind im Einbau deutlich günstiger als Wärmepumpen, arbeiten aber weniger effizient. Zwei Experten erklären, wann sich welche Heizung rechnet.
Die Energiekosten steigen stetig. Erdgas ist immer teurer geworden und der Großhandelspreis für europäisches Erdgas hat Ende Oktober über 100 Euro je Megawattstunde überschritten. Deutsche Gasspeicher sind ungewöhnlich leer, sodass die Preise im Winter steigen könnten. Dies lässt die Frage nach Alternativen zur Gasheizung aufkommen.
Strom gilt für Experten als zukunftssicherer Energielieferant, da erneuerbare Energien den Gaspreis effektiv dämpfen können. Bei der Wahl zwischen Wärmepumpe und Infrarotheizung steckt jedoch noch ein Streit.
Wärmepumpen gelten als paradiesische Lösung, sind aber in ihrer Anschaffung noch teurer. Infrarotheizungen hingegen sind in der Anschaffung billiger, bieten aber auch höhere Betriebskosten.
Timo Leukefeld, Energieexperte und Gebäudeplaner, ist überzeugt von den Vorteilen von Infrarotheizungen. Er stellt fest, dass Infrarotheizungen in Neubauten und energiegeklärten Gebäuden praktisch keine Konkurrenz haben und bieten angenehmere und schneller regelbare Wärme.
Martin Brandis, Energieexperte bei der Verbraucherzentralen, betrachtet Stromdirektheizungen jedoch kritisch. Er empfiehlt klipp und klar die Wärmepumpe als strombetriebene Heizungstechnologie und hebt deren geringeren Stromverbrauch hervor.
Die Betriebskosten werden letztlich klar von der Wärmepumpe überboten. Während eine Kilowattstunde Strom etwa eine Kilowattstunde Wärmeenergie erzeugt, schafft eine Wärmepumpe dagegen je nach Modell drei bis fünf kWh Wärmeenergie.
Bei einem Jahresverbrauch von 6.000 kWh für ein Einfamilienhaus mit 150 Quadratmetern Wohnfläche sind die jährlichen Stromkosten für eine Wärmepumpe nur etwa 760 Euro. Bei einer Infrarotheizung wären es dagegen 2.280 Euro.
Bei Bestandsbauten fördert die Bundesregierung einen Umbau auf eine Wärmepumpe mit 30 bis 80 Prozent der förderfähigen Kosten von maximal 28.000 Euro pro Einfamilienhaus.
Infrarotheizungen haben den Vorteil, dass ein Ausfall eines Heizkörpers nur ein Raum nicht mehr beheizbar lässt. Dennoch erfordert eine ordnungsgemäße Beratung, da die Wärmedämmung bestimmter Häuser nicht immer für eine Stromdirektheizung geeignet ist.
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