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Der Abstieg des Goldhasen

Schokolade von Lindt & Sprüngli war das Premiumprodukt für die Massen schlechthin. Doch die Verkaufszahlen sinken. Für die Konsumenten ist die Marke gerade vor allem eines: zu teuer.

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Der Abstieg des Goldhasen

Schokolade von Lindt & Sprüngli war einst das Premiumprodukt für die Massen. Allerdings sind die Verkaufszahlen in den letzten Jahren rückläufig. Konsumenten finden die Marke vor allem teuer. In einer Coop-Filiale in Zürich wurden die Schokoladenstückchen und Kugeln der Coop-Eigenmarken zum Großteil eingesteckt. Nun beginnt das Weihnachtsgeschäft.

Lindt bietet momentan 20 Prozent Rabatt auf das gesamte Sortiment an. Andere Geschäfte verkaufen Lindt-Produkte zu günstigeren Preisen. In Deutschland bieten Supermärkte die Lindt-Schokoladentafel zum Preispickel von 2.99 Euro. Das Unternehmen behauptet selbstbewusst immer höhere Preise zu setzen. Bis hierher war Lindt jedoch erfolgreich.

Der Konzern korrigierte im September seine Umsatzerwartungen nach unten. Zum zweiten Mal innerhalb weniger Monate. Vor wenigen Monaten hatte Lindt noch einen regelrechten Hype ausgelöst. Vor einem Jahr lockten vor dem Lindt-Hauptsitz in Kilchberg Dutzende Menschen in Campingstühlen und Jacken aus. Sie hofften auf die Veröffentlichung der Türen und schließlich die Erhaltung einer «Dubai Chocolade» in der Lagerraum.

Lindt hatte gezeigt, dass das Unternehmen nicht nur Tradition, sondern auch Trends beherrscht. Nicht nur die Kakaopreise, sondern auch die steigenden Kosten führten zu höheren Preisen. Der Weltmarktpreis für Kakaobohnen hatte sich Anfang 2024 dramatisch erhöht. Zwischen Januar 2024 und Januar 2025 verdreifachte sich der Preis für eine Tonne Kakao.

Diese Preiserhöhung war auf Dürre und Überschwemmungen in Westafrika zurückzuführen. Im Jahr 2025 stabilisierte sich der Weltmarktpreis für Kakao wieder. Lindt hält jedoch die hohen Preise bei ihren Produkten immer noch hoch. Der Preis für den traditionellen Goldhasen ist seit 2024 in der Schweiz um 40 Prozent gestiegen. Viele Konsumenten haben erst im Herbst 2025 die hohen Preise bemerkt, als Migros mit halbleeren Regalen Aufmerksamkeit erregte.

An der Stelle stand ein Schild: «Lieferunterbruch». Migros hatte Lindt nicht in Preiskonflikten überzeugt. Lindt blieb stur. Punktuelle Weihnachtsgeschäft waren auftritt wieder voll mit Lindt-Schokolade. Die Einkaufspreise sollten erst 2026 überprüft werden. Lindt hatte damit zwar einen Sieg davongetragen. Konsumenten erinnern sich jedoch an den Preisanstieg.

Im März dieses Jahres gab Lindt & Sprüngli bei der Veröffentlichung der Geschäftszahlen den Aktionären zu, dass die Preise im vergangenen Jahr um 19 Prozent erhöht wurden. Aber Ostern brachte die Rückkehr der Konsumenten. Die Detailhändler drängten den Schokoladenstückchen der Lindt nach. Einen Monat nach Ostern waren sie immer noch dort.

Die Detailhändler versuchten sie zu bis zu 75 Prozent günstiger zu verkaufen. Auch im August wurde die Verkaufsrate von Lindt schlecht. Die Konsumenten hatten wegen der Hitzesaison weniger Lust auf Schokolade. In ganz Europa hatten die Touristen aus Asien, die sonst in Duty-free-Läden und Lindt-Shops zu finden sind, aufgrund der instabilen Lage im Nahen Osten nicht mehr ihre gewohnten Umsätze.

Besonders in Deutschland verkaufen Lindt-Produkte schlecht. Die Konsumenten sind in dieser Wirtschaftslage nicht bereit, so viel Geld für Schokolade auszugeben. Von Januar bis August hat Lindt auf dem deutschen Markt 20 Prozent weniger Verkauf geschlagen. Daher bestellen die deutschen Händler dieses Jahr weniger als in den Vorjahren.

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