Geldanlage: Dax stagniert: Was spricht für und gegen eine Jahresendrally an den Börsen?
Seit einem Jahr notiert der Dax in einer engen Spanne. Wird sich das ändern? Das Handelsblatt analysiert und bewertet drei stark treibende und drei stark bremsende Faktoren für den Aktienmarkt.
Im letzten Jahr haben Anleger, die auf den deutschen Aktienindex DAX gesetzt hatten, einen Gewinn von vier Prozent erzielt. Zwei von fünf Prozentpunkten stammten aus Dividenden von rund 55 Milliarden Euro, die die Unternehmen im späten Winter und Frühjahr an ihre Aktionäre ausgeschüttet hatten. Dieser Betrag wird in Punkte umgerechnet und zum Indexniveau hinzugefügt.
In fast allen anderen Indizes bleiben jährliche Ausschüttungen außen vor. Ohne Dividenden würde der DAX-Kurs nur eineinhalb Prozent höher sein als ein Jahr zuvor. Im Verlauf des Jahres dominieren sechs wichtige Faktoren die Aktienmärkte, insbesondere den DAX: positive wirtschaftliche Aussichten, günstige Auswirkungen des schwachen Euros, saisonale statistische Muster und höhere Bewertungen, sowie negative Faktoren wie hohe Bewertungen und Marktstürme.
Trotz teurer Energie und geopolitischer Konflikte sieht sich die globale Konjunktur positiv. Die Weltwirtschaft soll in diesem Jahr um 2,9 Prozent und im nächsten Jahr um 3,0 Prozent wachsen. Die USA erwarten ein Wachstum von knapp drei Prozent im dritten Quartal. Deutsche Unternehmen generieren rund 80 Prozent ihres Umsatzes im Ausland und profitieren daher vom robusten Wachstum der Weltwirtschaft.
Der schwache Euro reduziert die Kosten für europäische Ausfuhren und macht Produkte und Dienstleistungen im Dollar-Raum attraktiver. Statistisch gesehen beginnt im vierten Quartal der Jahreslauf für Aktien, mit traditionell positiven Zuwächsen in November und Dezember. Allerdings ist der aktuelle DAX-Bewertung hoch, was potenziell zu Marktstürmen führen kann.
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