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Geldanlage: Kann eine 150 Jahre alte Grafik die Börsenkurse vorhersagen?

Aus dem Handelsblatt-Archiv: Eine Kurve aus dem 19. Jahrhundert sagt erstaunlich präzise die Entwicklung der Märkte voraus. Für 2026 empfiehlt sie, Aktien zu verkaufen. Wie verlässlich das wirklich ist.

Geldanlage: Kann eine 150 Jahre alte Grafik die Börsenkurse vorhersagen?

Der Traum aller Anleger ist es, Börsenkurse für die kommenden Jahre vorherzusagen und entsprechend zu investieren. Eine Grafik aus den 1870er Jahren verspricht dabei clevere Geldanlage und hohe Rendite. Die Grafik zeigt eine zyklische Entwicklung am Finanzmarkt und empfiehlt, wann der Aktienkauf besonders lohnenswert sein könnte. Immer wieder wurden Krisen wie der Crash 1929, das Platzen der Dotcom-Blase und der Coronacrash 2020 von der Grafik erstaunlich genau vorhergesagt.

Professor Andreas Hackethal vom Frankfurter Leibniz-Institut für Finanzmarktforschung SAFE hat die Grafik für das Handelsblatt genauer untersucht und erklärt, dass sie auf planetaren Konstellationen und Astrologie beruht, nicht auf ökonomischen Begründungen. Er betont, dass die Grafik an den Märkten nichts zu suchen habe. Dennoch hat die Grafik in den letzten 150 Jahren einige erstaunlich genaue Vorhersagen getroffen, etwa den Verkauf von Wertpapieren in den Jahren 1927, 1999, 2007 und 2019.

Hackethal stellt fest, dass die geniale Genauigkeit der Grafik auf einfache Glückswahrscheinlichkeit zurückzuführen ist, da manche Vorhersagen, die nicht zutrafen, längst vergessen sind. Die Grafik zeigt jedoch nicht, dass es zyklische Muster am Finanzmarkt gibt; vielmehr zeigt sie, dass die Welt zu komplex ist, um solche Muster vorherzusagen.

Eine einfache Markt-Timing-Methodik funktioniert nicht, da nur wenige Tage am Markt eine große Rendite generieren. Stattdessen schlägt Hackethal eine Diversifikation von Anlagen und das Aussitzen von Rückschlägen vor.

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