Deep Read: Fünf Grafiken zeigen, warum die Fachkräftekrise gerade erst beginnt
KI-Angst bei Akademikern, Zulauf im Handwerk – die Debatte hat sich gedreht. Doch drei Entwicklungen sprechen dagegen, dass Deutschland sein Personalproblem los ist.
Die deutsche Fachkräftemangel hat erst begonnen, wie fünf Grafiken zeigen. Zwei Zahlen aus dem Arbeitsmarkt verdeutlichen den Problem: 369.000 offene Stellen kamen im letzten Jahr nicht besetzt, weil qualifizierte Arbeitssuchende fehlten. Gleichzeitig schrumpfte der IT-Stellenmarkt um 22 Prozent. Der Rückgang bei IT-Stellen ist konjunkturbedingt und könnte durch Künstliche Intelligenz (KI) verursacht werden.
Die demografische Situation in Deutschland ist ein weiterer Faktor. Betriebe, die kaum wachsen, suchen kaum Personal. Dadurch ist die Fachkräftelücke im Jahr 2025 um 24 Prozent gesunken. Trotzdem könnte die Krise die demografischen Trends 2029 nicht ändern. Bis dahin fehlen dem Arbeitsmarkt nahezu 723.000 Fachkräfte. Trend 1 zeigt, wie KI den Arbeitsmarkt verändert.
Stellenangebote für Einstiegsjobs sind seit 2022 um zwei Drittel zurückgegangen, insbesondere in der IT-Branche mit 77 Prozent. Dies könnte auf die Konjunktur zurückzuführen sein und keine KI-Effekte. Trend 2 zeigt, dass junge Menschen mehr in Handwerksberufe streben. Die Anzahl der Auszubildenden ist seit 2020 um sechs Prozent zurückgegangen, aber erstmals 2025 wieder gestiegen.
Der Verband des Deutschen Handwerks sieht diesen Trend auf KI zurück, wobei viele Handwerksberufe immense Personalprobleme haben. Fast 50 Prozent der Engpassberufe sind Handwerksberufe.
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