Inflation: Teuerung im Euroraum springt auf Drei-Jahres-Hoch
Die Verbraucherpreise in der Euro-Zone steigen schneller als erwartet. Die EZB muss sich jetzt noch stärker damit beschäftigen, ob sie die Zinsen bereits Ende Oktober weiter anhebt.
Verbraucherpreise in der Eurozone haben im September einen Rekordwert von 3,8 Prozent erreicht, wie die EU-Statistikbehörde Eurostat berichtete. Der Sprung von 3,2 Prozent im Vormonat hat Analysten überrascht, da viele von ihnen eine Teuerungsrate von lediglich 3,5 Prozent vorhersagten. Dies hat die Europäische Zentralbank (EZB) gezwungen, sich intensiver über die Notwendigkeit einer raschen Erhöhung der Leitzinsen zu unterhalten.
Die EZB hat bisher zwei Zinserhöhungen durchgeführt, im Juni und September. Nun könnte sie das Tempo erhöhen und bereits Ende Oktober vorausblicken, anstatt bis Dezember zu warten. Investoren reagieren jedoch auf Kommentare der EZB-Präsidentin Christine Lagarde und ihrer Direktorin Isabel Schnabel, die auf eine entspanntere Geldpolitik hinarbeiten wollen.
Schnabel sagte, dass langfristige Inflationserwartungen auf "nähe unseres Zwei-Prozent-Ziels" stabil seien. Sie betonte, dass die Geldpolitik mit Geduld fortgesetzt werden könne, solange die Inflationserwartungen auf zwei Prozent liegen. Die Kerninflation, die stark schwankende Energie- und Lebensmittelpreise ausschließt, zeigt im September eine leichte Steigerung von 2,4 auf 2,5 Prozent. Ökonomen sagen, dass Fluglinien und Hotels zu den Hauptursachen für den Preisanstieg gehören.
Auch Smartphones und IT-Ausrüstung haben seit längerem zur Kerninflation beigetragen. Schnabels Äußerungen deuten deutlich darauf hin, dass die EZB die Erwartungen von einer weiteren Zinserhöhung im nächsten vier Wochen abschwächen könnte. Sie hatte bereits am Montag darauf hingewiesen, dass höhere Marktzinsen das Wachstum bremsen und die Auswirkungen hoher Energiepreise begrenzen könnten.
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