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Klima und Natur: Hitzesommer: Wieder verheerendes Jahr für Alpengletscher

Hitzewellen und wenig Schnee setzen den Gletschern in der Schweiz, Österreich und Deutschland massiv zu. Warum kleine Gletscher bereits verschwinden und der Nachschub an Trinkwasser zurückgeht.

Klima und Natur: Hitzesommer: Wieder verheerendes Jahr für Alpengletscher

Das heftige Sommerhitze und der Schneemangel im letzten Winter haben die Alpengletscher schwer Getroffen, mit dramatischen Folgen. In der Schweiz haben sich rund 5,5% des Eisvolumens geschmolzen, gemeldet vom Schweizerischen Gletschermessnetz (Glamos). Das Jahr wird als verheerend für die Gletscher bezeichnet. Österreich und Deutschland erwarten ebenfalls beträchtliche Verluste.

Glamos erklärt: "Alpengletscher haben unter solchen Bedingungen langfristig keine Überlebenschance." Die mittlere Eisdicke einzelner Schweizer Gletscher ist um 2,5 bis vier Meter gesunken. Nur im Rekordjahr 2022 war der Verlust größer. Glamos führt den Klimawandel als Ursache des Eisschmelzens zurück. Der Eisverlust war in den letzten fünf Jahren fast doppelt so hoch wie in den vorherigen fünf Jahren.

Das älteste Gletschermessnetz der Welt, das seit über 140 Jahren regelmäßig beobachtet, befindet sich in der Schweiz. Es vermisst in diesem Jahr regelmäßig 23 der rund 1.400 Schweizer Gletscher, allgemein für alle Gletscher hoch. Im Winterhalbjahr 2025/26 haben deutlich weniger Schnee gefallen als im langjährigen Mittel, mit der Nullgradgrenze an 76 Tagen über 4000 Metern - mehr als je zuvor.

In den Monaten Juli bis September haben die Gletscher rund 2.200 Milliarden Liter Wasser verloren, mehr als viermal so viel wie die schweizerischen Haushalte im Jahr benötigen. Dieses Schmelzwasser hilft zwar noch dabei, den sommerlichen Wasserknappheitsbedarf zu decken, doch nimmt dieser Effekt mit der schrumpfenden Eisfläche deutlich ab.

Kleine Gletscher sind bereits verschwunden, wie der Bella-Tola-Gletscher im Wallis und der Plattalvagletscher in Glarus. Die Gletscher Allalin, Clariden, Großer Aletsch und Rhone erlitten in diesem Jahr die stärkste Schmelze seit der Messung begann. In Österreich dokumentieren Freiwillige des Alpenvereins (ÖAV) den massiven Längen- und Massenschwund der Gletscher nach dem Sommer.

Auf dem größten österreichischen Gletscher, der Pasterze am Fuße des Großglockners, zeichnet sich ein möglicher Rekord-Eisverlust ab. Das Eis in Österreichs Bergen ist innerhalb von zwei Jahrzehnten um 31% auf 285 Quadratkilometer geschrumpft und wird bis 2025 um mehr als ein Viertel des aktuellen Volumens eingeschränkt sein. In Deutschland bessern sich in nur zehn Jahren die Gletscher nicht.

Zwischen 2023 und 2025 werden die vier letzten deutschen Gletscher schon mehr als ein Viertel ihrer Fläche verlieren, mit einem Verlust von rund einer Million Kubikmetern Eis insgesamt. Bis zum Ende dieses Jahrzehnts könnte der Nördliche Schneeferner an der Zugspitze ebenfalls die Gletscherstatus verlieren.

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