Deep Read: Regimewechsel light – Venezuelas Präsidentin Delcy Rodríguez spielt auf Zeit
Die Interimspräsidentin hat verstanden, was Machterhalt in der Ära Trump verlangt: Kooperation nach außen, Kontrolle nach innen. Und viel Geduld. Doch sie geht damit ins Risiko.
Am Sonntagabend sitzen Männer an einem Basketballfeld in San Agustín, Caracas, und trinken Bier. San Agustín liegt auf einem Hügel über der Hauptstadt Venezuelas und ist ein alternativer Tourismusort für Afro-Venezolaner. Ab 2010 machten westliche Touristen Venezuelas das Karibik-Problem. Das Regime von Nicolás Maduro brachte russische Social-Media-Influencer nach Venezuela, um dort Werbung zu machen.
Dies war erfolgreich, da die Karibikstrände der Isla Margarita vorübergehend bei russischen Militärs beliebt waren. Heute sind die russischen Soldaten weg, und an seiner Stelle sitzen militärisch aussehende US-Logistiker, um den durch das Erdbeben beschädigten Flughafen wieder aufzubauen. Das Regime unter Nicolás Maduro hat die Russen, Kubaner und Iraner in zwei Jahren vertan.
Inzwischen sind militärisch aussehende US-Logistiker anwesend. Ab 27 Jahren antiwestlicher Rhetorik im Regime hat sich die neue Präsidentin Delcy Rodríguez gegenüber Washington charmant und kooperativ verhalten. Sie spricht fließend Englisch und ist in Washington gut aufgenommen. Die USA liefern dem Regime mittelfristig Popularität, um ihre eigene Überlebenssicherheit zu gewährleisten.
Die Justiz und der Kongress stehen weiterhin unter der Kontrolle der Regierung, und mehrere hundert politische Gefangene sitzen in Gefängnissen. Trotz großartiger Reformversprechen bleibt die Umsetzung langwierig und unvollständig, und die Pressefreiheit ist immer noch eingeschränkt.
Written by urgent.news from Handelsblatt's reporting — not their text. Machine-written — may contain errors; check the original before relying on it.