Transatlantische Beziehungen: Kanada als assoziiertes EU-Mitglied? Das ist jetzt der Stand
US-Präsident Donald Trump würde Kanada gerne zum 51. Bundesstaat der Vereinigten Staaten machen. Die Kanadier sind wenig begeistert - und gehen jetzt auf ein brisantes Angebot aus Brüssel ein.
Kanada wurde vorgeschlagen, das erste "assoziierte Mitglied" der Europäischen Union zu werden, als Teil einer neuen transatlantischen Allianz. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen befürwortete den Vorschlag, der sich auf Bereiche wie Technologie, Rüstungsgüter, Künstliche Intelligenz, Arktispolitik und kritische Rohstoffe konzentriert.
Kanada-Präsident Mark Carney begrüßte die Initiative und skizzierte, wie Kanada und die EU ihre Stärken in Wirtschaft, Technologie und Sicherheit bündeln könnten, um gemeinsam unabhängiger und krisenbewusster zu werden. Carney argumentierte, dass Europa und Kanada jeweils stark sind, aber gemeinsam noch stärker.
Allerdings ist die Idee der "assoziierten Mitgliedschaft" nicht ohne Herausforderungen. Trump, der damals Präsident der USA war, nannte den Vorschlag lächerlich und drohte hohe Zölle oder einen Handelsstopp. Es ist unklar, wie weit von der Leyen die Idee gehen will, und ob sie eine Konstruktion in Betracht zieht, bei der Kanada bei bestimmten Themen systematisch konsultiert wird oder an ausgewählten EU-Programmen teilnimmt.
Bislang gibt es keinen offiziellen Status als "assoziiertes Mitglied" im EU-Vertrag, aber Assoziierungsabkommen können gegenseitige Rechte und Pflichten festlegen.
Die Verhandlungen über die klare Definition und Umsetzung des Vorschlags werden mit dem nächsten EU-Kanada-Gipfel am 29. und 30. Oktober in Gang gesetzt. Es bleibt abzuwarten, wie die 27 EU-Mitgliedstaaten auf den Vorstoß reagieren, da einige Prioritäten wie die EU-Erweiterung in Richtung Westbalkan oder Ukraine haben.
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