Armut: So viele Menschen in Deutschland gelten als arm
Deutschland zählt zu den weltweit wohlhabendsten Ländern. Trotzdem gilt inzwischen fast jeder Sechste als arm. Das sind die Hintergründe.
Armut in Deutschland ist keine beschränkte Angelegenheit, sondern eine Realität für Millionen von Menschen. Verschiedene Bevölkerungsgruppen haben ein höheres Risiko, arm zu werden. Die Definition von Armut hängt von der Perspektive ab. Die Wirtschaftsforschung misst materielle Armut oft am Einkommen und setzt eine Armutsgrenze von weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens (Medianwert) eines Landes.
In Deutschland sind derzeit 16,1 Prozent der Bevölkerung, also etwa 13,3 Millionen Menschen, von Armut bedroht – eine Quote, die sich seit 2024 leicht erhöht hat.
Bestimmte Gruppen sind besonders gefährdet. Alleinerziehende und junge Erwachsene haben eine Armutsquote von jeweils 28,9 Prozent und 30,3 Prozent, was bedeutet, dass jede dritte Person in diesen Gruppen betroffen ist. Rentner, insbesondere ältere Frauen, sind ebenfalls stark von Armut betroffen. In Bremen erreicht die Armutsquote 27,5 Prozent, was die höchste Quote Deutschlands macht.
In Bayern ist die Quote am niedrigsten mit 12,6 Prozent und es besteht ein wachsender Abstand zwischen den Bundesländern mit der niedrigsten und der höchsten Armutsquote.
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