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Immobilien: Notverkäufe: Welche Investoren jetzt stark unter Druck stehen

Eine exklusive Auswertung zeigt: Die Mehrheit der Eigentümer verkauft ihre Immobilie nicht aus finanziellem Zwang. Doch in einer bestimmten Investorengruppe ist das anders.

Immobilien: Notverkäufe: Welche Investoren jetzt stark unter Druck stehen

Hohe Zinsen, steigende Finanzierungsgebühren und komplizierte Preisfindung: Viele Investoren sind nun aufgrund des zähen Immobilienmarktes entmutigt und sehen sich unter erheblichem Druck geraten. Lars von Lackum, der Chef von LEG Immobilien, stellte jüngst fest, dass mehrere große Deals, wie etwa der Verkauf des Frankfurter Hochhauses Opernturm, gescheitert sind.

Der verstärkte Vorsorgegeist der Banken bei der Kreditvergabe behindert professionelle Verkäufer. Experten warnen bereits vor einer Refinanzierungskrise, was zu mehr Notverkäufen am Markt führt.

Eine Untersuchung von JLL, Immobiliendienstleister, zeigt teilweise überraschende Ergebnisse. Obwohl die Mehrheit der Verkäufer weiterhin freiwillig entscheidet, beträgt der Anteil der aus finanziellen Zwängen bedingten Verkäufe bei mehr als drei Vierteln des analysierten Verkaufsvolumens von knapp 87 Milliarden Euro. 70 Prozent des Verkaufsvolumens entfallen auf freiwillige Veräußerungen, während 17 Prozent auf Insolvenzen und weitere 10 Prozent auf Insolvenzverfahren.

JLL-Chef Konstantin Kortmann bemerkt, dass die meisten Verkäufer weiterhin strategisch und freiwillig handeln, auch wenn die Gewinnerwartungen geschmälert wurden.

Bei offenen Immobilienpublikumsfonds ist das Bild jedoch umgekehrt. 93 Prozent des analysierten Verkaufsvolumens erfolgten aufgrund finanzieller Drücke, hauptsächlich aufgrund eines anhaltenden Geldabflusses. Der Fonds "UniImmo: Europa" musste im Juli 2026 netto rund 949 Millionen Euro abfließen. Kortmann sagt, dass die Situation durch zukünftige Abverkäufe verschärft wird, da mehr Geld abfließt als neu eingezahlt wird. Wertberichtigungen belasten auch die Fondsperformance und können Rückgaben verstärken.

Insolvenzen tragen ebenfalls zum Notverkauf bei, wobei insgesamt zehn Prozent des Immobilienverkaufsvolumens im letzten zweieinhalb Jahren auf Insolvenzen zurückzuführen sind. Für 2027 erwartet JLL eine weitere Steigerung des Verkaufsvolumens aufgrund eines wieder anziehenden Wirtschaftswachstums und Investitionen aus dem Sondervermögen für Infrastruktur.

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