INTERVIEW - «Die Schweizer neigen zur Genügsamkeit»: Der IMD-Professor sieht das Land im Niedergang
Die Schweiz sei schlecht aufgestellt, um sich in der neuen Weltordnung zu behaupten, sagt der Lausanner Professor Arturo Bris. Mit dem Zollkrieg hätten sich die Zukunftsperspektiven dramatisch verschlechtert.
Der Lausanner Professor Arturo Bris ist der Ansicht, dass die Schweiz schlecht aufgestellt ist, um in der neuen Weltordnung zu bestehen. Wettbewerbsfähigkeit ist entscheidend für den Aufstieg und Fall von Nationen, doch der Professor sieht die Position der Schweiz als akut gefährdet. Die International Labour Organization hat die Arbeitslosenzahlen für die Schweiz publiziert, die deutlich höher sind als in Deutschland.
Technologie und Fragmentierung der Weltwirtschaft tragen zur steigenden Arbeitslosigkeit bei. Die Schweiz ist in der jüngsten IMD-Rangliste von Platz 1 auf Platz 3 gefallen, hauptsächlich aufgrund der Verschlechterung der Wirtschaftsleistung. Die Ursache ist der Zollkrieg von Donald Trump, der einen Tsunami durch die Schweizer Wirtschaft auslöste.
Trotz einer Beruhigung an der Zollfront bleibt bedenklich, dass die weltweite Entwicklung mit Protektionismus und Fragmentierung in Machtblöcken nicht zugunsten der Schweiz günstig ist. Die Schweiz ist ein Opfer der neuen Weltordnung, aber es ist falsch, sie allein auf Trump zurückzuführen. Die weltweite Entwicklung hat schon vor Trump begonnen und ist kein rein amerikanisches Phänomen.
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