Iran-Krieg: Wirtschaftlicher „D-Day“: Trumps Aufschlag im Iran-Krieg
Bombardierungen, Drohungen, Sanktionen, Verhandlungen: Kein Mittel hat US-Präsident Trump bisher sichtbar näher an eine Einigung mit dem Iran gebracht. Nun legt er mit weiteren Drohungen nach.
Fast ein halbes Jahr seit Ausbruch des Krieges will Präsident Donald Trump den Iran mit einem "Wirtschaftskrieg" zur Kapitulation zwingen. Er sprach von wirtschaftlicher Kriegsführung und einer nie dagewesenen Isolation des Irans, bei der auch Verbündete der USA beteiligt sein sollen. Allerdings bleiben zahlreiche Fragen rund um dieses Drohszenario unbeantwortet, wie etwa welche Konsequenzen Trump für Verbündete plant, die sich nicht daran beteiligen.
Trump erklärte, jedes Land und seine Finanzinstitutionen, Unternehmen, Flughäfen und Regierungsbehörden müsse bei Unterstützung des Irans mit "schweren wirtschaftlichen Konsequenzen" rechnen. Damit würde die Hilfe aller Verbündeter der USA benötigt, um die von Iran ausgehende Bedrohung zu stoppen. Iran reagiert jedoch gleichgültig auf Trumps Drohungen.
Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi teilte mit, dass die Ankündigung diene dazu, von eigenen Problemen in den USA abzulenken und dass die "wirtschaftliche Terrorismus"-Praktiken der USA die weltweite Wirtschaft gefährden. Die Medien im Iran reagierten ebenfalls gleichgültig auf die neue Drohung. Viele iranische Nachrichtenagenturen betrachteten diese Behauptungen als übliche "psychologische Kriegsführung und Propagandakampagne".
Dies sei eine seit Jahren andauernde Entwicklung, bei der die Vereinigten Staaten seit Jahren versuchen, alle finanziellen und wirtschaftlichen Beziehungen zum Iran zu unterbinden. Die Irnen hätten erlernt, diese Beschränkungen zu umgehen und sind mittlerweile sehr versiert. Innenpolitische Druck auf die US-Regierung steigt, nur wenige Wochen vor den wichtigen Zwischenwahlen in den USA.
Trump steht innenpolitisch stark unter Druck, da er seit Wochen keinen offensichtlichen Erfolg im Krieg gegen den Iran verbuchen konnte. Die meisten diplomatischen und militärischen Bemühungen scheinen in seinem Sinne nicht zu erfolgen. Trump drückt immer wieder mit scharfen Worten Drohungen gegen die iranische Führung aus, wobei er auch diese Zeit scharfe Worte wähle.
Er sprach von "Maßnahmen historischen Ausmaßes" und der "verheerendsten Wirtschaftsoperation", die jemals gegen ein Land veranlasst worden sei. Er verglich sein geplantes Vorhaben mit einem "wirtschaftlichen D-Day" für den Iran, wobei er sich an die Landung der Alliierten in der Normandie am 6. Juni 1944 erinnerte, das den Beginn der Befreiung Frankreichs und Westeuropas von der Nazi-Herrschaft im Zweiten Weltkrieg markierte.
Die Frage, wie genau Trump Teheran in die Knie zwingen will, blieb zunächst offen, ebenso wie die Frage, welche Konsequenzen Länder drohen, die den Iran "unterstützen". Dies könne vor allem Staaten wie China betreffen, die weiterhin iranisches Öl beziehen. Der Ölexport ist die wichtigste Einnahmequelle des iranischen Machtapparats.
Ein Experte sagte, dass mehr wirtschaftlicher Druck keine Erfolge bringen werde. China warnte die USA vor weiteren Sanktionen und bat alle Beteiligten, verantwortungsvoll zu handeln und die Angelegenheit auf politischem und diplomatischem Wege zu lösen. Die Volksrepublik ist der größte Handelspartner des Irans und nimmt einen Großteil seiner Ölexporte ab.
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