Handynutzung: Warum diskutieren wir neue Social-Media-Wege nur für Kinder?
Die tägliche Reizflut zersetzt unsere Konzentration, befeuert die Vergesslichkeit und gewöhnt uns das Miteinander ab. Die Folgen für die Gesellschaft könnten verheerend sein. Was tun?
Am Ostseeküstenort Ostsee warten die Menschen auf einen Funkloch-Ort. Die Unzugänglichkeit fühlt sich anfangs einschüchternd an, aber nach etwa drei Tagen entfremdet sie den Besucher. Trotzdem hält der Daumen hart auf dem Smartphone.
Wenn man sich über die Nutzung von Social Media und Künstlicher Intelligenz unterhält, ist das wie die Diskussion über das größte Experiment, das jemals mit der Menschheit unternommen wurde, sagt Julia Brailovskaia, eine deutsche Professur aus dem Deutschen Zentrum für psychische Gesundheit und dem Forschungs- und Behandlungszentrum der Ruhr-Universität Bochum. Sie ist eine der führenden Stimmen zum Thema Social-Media-Verbot, besonders wenn es um Kinder und Jugendliche geht.
Neu in New Mexico hat ein Gericht entschieden, dass der US-Technologiekonzern Meta mehr als eine halbe Milliarde Dollar in einen Fonds einzahlen muss. Das Gericht erachtet Meta als schuldig an missbräuchlicher Ausnutzung der Gesundheit junger Menschen. Daher diskutieren Menschen weltweit darüber, wann, wie und warum die Nutzung von Social Media für Kinder und Jugendliche eingeschränkt werden sollte. Aber ist das der richtige Ansatz? Möglicherweise sollte man eher an einer ganz anderen Stelle beginnen.
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