Künstliche Intelligenz: Eignen Sie sich als Führungskraft in Zeiten von KI?
Je höher der Posten, desto größer die Erwartung an KI-Kompetenz. Ein Top-Headhunter verrät exklusiv, mit welchen Fragen er sie prüft – und wann er Bewerber sofort aussortiert.
Künstliche Intelligenz (KI) stört nicht nur die Wirtschaft, sondern bedroht auch Stellen ab. Führungskräfte sind nicht unberührt: 2025 gab es in Deutschland 14,3 Prozent mehr arbeitslose Führungskräfte als im Jahr zuvor, weil KI bereits jetzt bei vielen Aufgaben des Führungsprofils übernommen wird. Dazu zählen Organisation, Kalkulation und Kostenkontrolle. Ein Interview mit dem Headhunter Bernhard Stieger aus der Personalberatung Spencer Stuart gibt Aufschluss darüber, was heute in Führungspositionen gefragt ist.
Stieger zeigt, dass KI nicht nur Prozesse und Geschäftsmodelle verändert, sondern auch die Anforderungen an Führung. Man kann nicht mehr nur nach technischem Wissen oder Erfahrung mit einzelnen KI-Anwendungen fragen, sondern muss beweisen, wie man Wertschöpfung durch KI erhöht, bessere Entscheidungen ermöglicht und die Organisation zukunftsfähig macht. Stieger und sein Team prüfen regelmäßig einen Fragenkatalog, um festzustellen, ob jemand über echte KI-Kompetenz verfügt oder nur behauptet.
Der Katalog bezieht sich darauf, wie man Geschäftsmodelle neu denkt, bessere Entscheidungen trifft und Verantwortung übernimmt, insbesondere dort, wo KI an ihre Grenzen stößt. Martina van Hettinga von der Personalberatung I-Potentials bestätigt, dass Urteilsvermögen durch KI nicht unwichtiger wird, sondern zu einer entscheidenden Führungskompetenz wird.
Eine Fragenkatalog ist jedoch nur ein Teil eines umfassenderen Prozesses, der Interviews, Case-Studies, Referenzen, Assessments umfasst. Bewerber sollten nicht nur im KI-Wissen investieren, sondern auch lernen, Entscheidungen zu treffen und andere davon zu überzeugen.
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