Handynutzung: Warum diskutieren wir neue Social-Media-Wege nur für Kinder?
Die tägliche Reizflut zersetzt unsere Konzentration, befeuert die Vergesslichkeit und gewöhnt uns das Miteinander ab. Die Folgen für die Gesellschaft könnten verheerend sein. Was tun?
In der digitalen Erde ist die Handynutzung ein Thema, das immer wieder diskutiert wird. Insbesondere bei Kindern und Jugendlichen bestehen Bedenken, da neue Wege im Social-Media-Umgang kritisch beobachtet werden. Der deutsche Zentrum für psychische Gesundheit (DZPG) und das Forschungs- und Behandlungszentrum der Ruhr-Universität Bochum haben hierbei eine der führenden deutschen Stimmen.
Professorin Julia Brailovskaia erklärt, dass das Social-Media-Experiment das größte aller menschlichen Experimente darstellt, insbesondere, wenn es um Kinder und Jugendliche geht.
Ein Gericht in New Mexico hat entschieden, dass der US-Konzern Meta mehr als eine halbe Milliarde Dollar in einen Fonds einzahlen muss. Dieses Urteil ist als Beweis genug angesehen, dass Meta missbraucht hat, die Gesundheit der jungen Nutzer. In Deutschland bis Malaysia diskutieren wir über eine Altersgrenze für die Nutzung von Social Media. Aber wie, wann und warum genau sollte Social Media verboten werden? Ist das genug? Können wir nicht an ganz anderer Stelle schon ansetzen?
Während Kindes Smartphones weggenommen werden können, reagieren Erwachsene in gleicher Weise. Die Ökonomie der Aufmerksamkeit spielt hierbei auch eine wichtige Rolle. Das eigentliche Problem ist die Informationsflut, die uns alle betrifft. Der Direktor des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung Ralph Hertwig spricht sich für eine aktive Rückeroberung der Aufmerksamkeit aus.
Er spricht von sorgfältig durchdachten Mechanismen wie Endlosen Scrollen, Push-Benachrichtigungen und Gamification, die unsere Aufmerksamkeit in Geiselhaft nehmen.
Eine Informationsflut, die enorm zunimmt, fordert Wissenschaftler zu mehr unabhängiger Forschung. Die Kosten für exzessive Social-Media-Nutzung sind jedoch schwer abzuschätzen. Es könnte ein Bruchteil dieser Risikofaktoren zu einem Zusammenhang mit erhöhten Kosten für das Gesundheitssystem führen. Psychische Erkrankungen verursachen bereits heute lange Arbeitsunfähigkeit.
Präsentismus, also die begrenzte Produktivität durch digitale Erschöpfung und Schlafmangel, ist teurer als tatsächliche Fehltage. Daher werden Social Media tendenziell Polarisierung und Datenschutzverletzungen verwirren.
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