Asia Techonomics: Wenn Präsenz im Büro als Karriereversicherung gilt
Shanghai steht auch für die stillschweigende Erwartung, jederzeit verfügbar zu sein. Der Taifun „Dolphin“ legt jetzt den Verkehr lahm – und entfacht eine Debatte über die Arbeitskultur.
Am Montag brach ein Taifun in Shanghai herein und brachte mit ihm eine Flut, die die Stadt heimisch machte. U-Bahn-Linien wurden gestoppt, Fähren auf dem Huangpu einstellten ihren Betrieb, Hunderte Flüge fielen aus. Die Stadtverwaltung ordnete an, wer konnte, arbeitete von zu Hause aus. Niemandem sollte eine flutbedingte Abwesenheit nachteilig beeinflussen.
Dass dies auch für diejenigen gilt, die befürchteten, ein Homeoffice könnte ihr Karriereumfeld beeinträchtigen, ist auf den chinesischen Sozialnetzwerken wie Wechat und Xiaohongshu zu beobachten. Videos wurden verbreitet, in denen Menschen mit Pfützen und schnell fließendem Wasser durch flutgelinge Straßen und Verkehr ziehen. In Online-Foren begann die Diskussion: Hat das Pflichtbewusstsein in dieser Stadt, die "höher, schneller, weiter" zum Laudauftrag hat, nun irrsinnig geworden?
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