Migrationspolitik: Gegen den Trend: Mehr Abschiebungen in die Türkei
Mehr als 2.000 Menschen wurden bis Ende September in die Türkei abgeschoben – während Rückführungen insgesamt rückläufig sind. Schaut man auch auf freiwillige Ausreisen, ist der Trend weniger klar.
Die Anzahl der Abschiebungen hat sich zuletzt leicht verringert, es ist jedoch bemerkenswert, dass in diesem Jahr in die Türkei tatsächlich mehr Personen zurückgeschickt wurden. Diese Tendenz zeigte eine Antwort der Bundesregierung auf eine schriftliche Anfrage der parlamentarischen Sprecherin der Linksfraktion Clara Bünger. Die Daten des Bundesinnenministeriums zeigten, dass es seit Jahresbeginn sechs Abschiebungen nach Syrien gegeben hat, hauptsächlich Straftäter.
Bis zum Jahresende wurden insgesamt 2.025 Ausländer in die Türkei ausgewiesen, was diese Nation zur nummer Eins auf der Liste der beliebtesten Ziele machte, gefolgt von Georgien und Algerien. Türkische Staatsbürger benötigen in der Regel ein Visum für Deutschland, während Deutsche mit biometrischen Reisepässen für kurzfristige Aufenthalte visumfrei eingereist sind.
Im Vergleich zum Vorjahr gab es einen Rückgang der Abschiebungen um etwa 18,9 Prozent, insgesamt wurden zwischen Januar und September 2025 17.651 Abschiebungen von Deutschland vollzogen. Eine Reduzierung der Asylanträge hat dazu beigetragen, dass weniger Menschen Deutschland über die Grenzen verlassen. In den ersten sechs Monaten des Jahres wurden nur 39.646 Erstanträge gestellt, verglichen mit 72.818 im Vorjahr.
Dadurch haben Deutschland weniger Übernahmeersuchen an andere EU-Länder gestellt. Die Rückführungen nach Frankreich sanken ebenfalls, von 842 im ersten Quartal des Vorjahres auf 481 im ersten Halbjahr 2025. Die Anzahl der deutschen Abschiebungen in Spanien fiel ebenfalls, von 928 im Vorjahr auf 481 in diesem Jahr. Der Rückgang der Abschiebungen bedeutet nicht, dass weniger Abschiebungspflichtige das Land verlassen, stattdessen ist die Zahl der staatlich unterstützten freiwilligen Ausreisen erhöht.
In diesem Zeitraum haben 12.263 Menschen Deutschland verlassen, dank der staatlichen Förderung aus dem Bund-Länder-Programm REAG/GARP. Nach Ansicht von Bünger bleibt eine Quote von über 50 Abschiebungen pro Tag noch zu hoch, sie stellt die Rückführungen nach Afghanistan und Iran als falsch dar, da die Bundesregierung diese Abschiebungen unterstützt.
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