Immobilien: 1,35 Millionen Wohnungen fehlen: Was der Bau-Turbo bislang gebracht hat
Vor einem Jahr trat der Bau-Turbo in Kraft, der bei der Genehmigung von Bauprojekten für weniger Bürokratie sorgen sollte. Die Bauministerin präsentierte nun erste Daten aus der Praxis.
Ein Jahr nach der Einführung des Bau-Turbos hat Bundesbauministerin Verena Hubertz erste Ergebnisse präsentiert. Sie berichtete, dass Kommunen nun bis zu 20 Mal schneller Bauvorhaben genehmigen können. Dadurch könnten zusätzliche Wohnungen errichtet werden, wo dies zuvor schwer möglich war. Dies könne dazu beitragen, Baulücken zu schließen und die Bebauung in zweiter Reihe oder das Aufstocken bestehender Gebäude zu ermöglichen.
Damit enthalte es einen Wandel von starken Regeln hin zu mehr Freiheit und mutiger Gestaltung der Stadtplanung. Um zu beurteilen, ob und wie die Kommunen das neue Tempo nutzen, hat das Bauministerium in den Monaten Januar bis Juni ein Monitoring durchgeführt. Von den rund 11.000 deutschen Kommunen nahmen 393 teil und genehmigten dabei 7.892 Wohnungen.
In München waren es 2.107 Fälle, in Stuttgart 345 und in Frankfurt am Main 255. Die Genehmigung erfolgt, wenn die Gemeinde sie nicht innerhalb von drei Monaten verweigert. Die Kommunen nutzen die neue Regelung für unkompliziertes Bauen, ohne einen Bebauungsplan zu erstellen oder zu ändern. Die Genehmigung ist jedoch nicht mit der endgültigen Erteilung einer Baugenehmigung verbunden.
Die Regeln der Kaiserzeit fallen weg und ermöglichen nun den Ausbau bestehender Gebäude. Ein konkretes Beispiel ist das Projekt "arrive westend" in Berlin, bei dem durch den Bau-Turbo 305 Wohnungen auf einem bestehenden Grundstück gebaut werden können, anstatt nur 250. Ob der Bau-Turbo auch bezahlbaren Wohnraum schafft, ist nach oben offen.
Während rund 84 Prozent der Wohneinheiten auf bestehenden Flächen entstehen, geben nur etwa acht Prozent der Wohnungsunternehmen an, den Bau-Turbo bereits in einem konkreten Genehmigungsverfahren angewendet zu haben.
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