Immobilien: Vergesellschaftung? So reagieren jetzt Investoren und Vermieter
Etwa 160.000 Berliner Wohnungen sollen in Landesbesitz übergehen – ein bundesweit einmaliger Schritt. Wie verändert das den Markt? Eine Handelsblatt-Umfrage zeigt zwei eindeutige Trends.
Nach den Wahlversprechen der Linken in Berlin könnte eine Vergesellschaftung großer Wohnungskonzerne Realität werden. Eine solche Maßnahme wäre bislang in Deutschland einmalig. Die Berliner Pläne liegen einer Entschädigung von 16 Milliarden Euro bis 2028 zugrunde, wenn private Vermieter, die mehr als 10.000 Wohnungen besitzen, ihre Bestände in öffentliches Eigentum überführen sollen.
Die Nachricht hat hinsichtlich der Investoren in der Hauptstadt die Nervosität aufgestockt. Vor allem internationale Finanzinvestoren scheinen bereits Konsequenzen der Debatte zu spüren. Co-Chef des Immobiliendienstleisters Newmark für Wohnungsmarktinvestments in Deutschland, Konstantin Lüttger, bemerkt: "Capital is scheu." Er fügt hinzu, dass Unsicherheit groß ist.
Einige große Investoren geben nun auf ein Investment auf dem Berliner Wohnungsmarkt. Auch ausländische Finanzinvestoren und Private-Equity-Gesellschaften sind verunsichert. Schwedische Immobilienkonzern Heimstaden Bostad kehrt den Rücken in Berlin bereits offen. Auch ein großer Investor Meag aus München ist zurückhaltend. Große Vermittler von Mietshäusern in Berlin spüren ebenfalls Besorgnis bei ihrer Kundenschaft.
Private Vermieter sind nicht unbedingt betroffen, da der Schwellenwert von 10.000 Wohnungen, unter denen Investitionen weiterhin möglich wären, bislang rechtlich wenig schädigend ist. Makler beobachten jedoch, dass Verunsicherung bei privaten Vermietern zunimmt. Die meisten privaten Vermieter haben rechtlich wenig zu befürchten.
Die aktuelle politische Debatte verstärkt ihre Sorgen. Die Nachfrage bei privaten Vermietern nimmt zwar nicht generell ab, jedoch spürt man eine Verunsicherung. Kaufnachfrage der Privaten bei Wohnungen zur Selbstnutzung ist nach wie vor hoch. Neubauprojekte werden jedoch zurückgestellt, da zu wenig neuer Wohnraum gebaut wird.
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