Tiere, Pflanzen, Pilze: Studie: Handel mit wilden Arten ist viel größer als gedacht
Der Handel mit wildlebenden Arten ist milliardenschwer und umfasst weit mehr als Tiere. Eine neue Studie zeigt das enorme Ausmaß – und wie wenig über die Folgen bekannt ist.
Der Handel mit wildlebenden Tier-, Pflanzen- und Pilzarten weltweit erfolgt mit mindestens 107.356 verschiedenen Arten, was doppelt so viele Arten sind, wie bisher angenommen. Die genaue Zahl könnte jedoch noch höher sein, da in vielen Ländern keine systematischen Daten über Handel und Entnahme vorliegen. Die Studie, die an der Universität Melbourne durchgeführt wurde, zeigt, dass der legal und illegal verkaufte Handel zusammen jährlich 220 bis 300 Milliarden US-Dollar (197 bis 268 Milliarden Euro) wert ist.
Der illegale Handel allein beläuft sich auf geschätzte 28,4 bis 39,5 Milliarden Dollar. Der Handel hat dazu geführt, dass bei bestehenden Daten 294 Arten und 25 weitere von Natur aus ausgestorben sind, wobei 192 Populationen regional vollständig verschwunden sind. Wie groß der tatsächliche Handel ist, lässt sich bislang kaum zuverlässig bestimmen, da nur wenige Länder genaue Daten erbringen.
Im Gegensatz dazu gibt es in den USA umfangreiche Daten: 25 Prozent der Vogelarten und sogar 54 Prozent der Säugetiere sind nur in der US-Datenbank verzeichnet. Die Wissenschaftler fordern daher eine systematischere und internationale Koordination bei der Erfassung des Handels mit wildlebenden Arten, um den biologischen Verlust zu stoppen.
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