Steigende Preise: Kaum Rücklagen für Krisen: Vielen reicht das Geld nicht
Gestiegene Preise zwingen viele Menschen in Deutschland, ihre Ersparnisse für den Alltag anzutasten. Doch viele haben gar keine finanziellen Puffer. Einige Haushalte trifft es besonders hart.
Viele Deutsche müssen auf ihre Ersparnisse zurückgreifen, um mit den steigenden Preisen für alltägliche Lebensnotwendigkeiten fertig zu werden. In einer YouGov-Umfrage ergab, dass 42,6 Prozent von 2.117 Befragten auf ihre Rücklagen zurückgriffen, um ihre Lebenshaltungskosten zu decken. Lediglich 13,8 Prozent haben keine Ersparnisse.
Hohe Energiepreise belasten Verbraucher seit Monaten, insbesondere Haushalte mit geringem Nettoeinkommen. Nur ein Fünftel (21,4 Prozent) von Haushalten mit einem Monatseinkommen von bis zu 2.500 Euro können die laufenden Kosten decken. Insgesamt geben sich bereits 15,2 Prozent der Menschen vor, kaum noch ihre Lebenshaltungskosten bezahlen können aufgrund der steigenden Preise.
Im März waren es noch 12,8 Prozent. Ulrich Stephan, Chefanlagestratege Privat- und Firmenkunden der Deutschen Bank, erklärt, dass das Geld von vielen nicht ausreicht, um sich auf Krisenzeiten vorzubereiten. "Obwohl die Reallöhne zuletzt wieder gestiegen sind und sich die Kaufkraft der Beschäftigten im Durchschnitt erholt hat, bedeutet das nicht, dass sich die finanzielle Lage für alle Haushalte gleichermaßen entspannt hat", sagt er. Über zwei Drittel der Befragten (66,8 Prozent) empfinden, dass sie nicht ausreichend Rücklagen bilden.
Nur 28 Prozent halten ihre Sparleistung für ausreichend, um auch für unvorhersehbare Ausgaben zu sein. Diejenigen, die sparen können, tun dies vorrangig für die Altersvorsorge oder wollen ein finanzielles Polster für Krisenzeiten schaffen.
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