Integration oder Ausreise?: Wieder mehr Geduldete in Deutschland - Zahl steigt stetig an
Nach Jahren des Rückgangs steigt die Zahl der Geduldeten in Deutschland wieder kontinuierlich. Welche Entwicklungen könnten dahinterstecken?
Während die Anzahl der Menschen, die als Geduldete in Deutschland leben, wieder zunimmt, stehen sie vor vielen Herausforderungen. Nach einem Rückgang in den Jahren 2023 bis 2025 nahm die Zahl der Menschen mit einer Duldung in Deutschland Ende September 200.601 zu. Die Bundesregierung gibt an, dass zum Stichtag 30. September 256.873 Menschen ausreisepflichtig waren.
Geduldete sind Personen, die vorerst nicht ausgewiesen werden können, entweder aus familiären Gründen, fehlenden Ausweisdokumenten oder Krankheit. Diese Duldigung ist immer befristet und gilt bis zum 31. Dezember 2025 für 190.974 von 232.067 Ausreisepflichtigen.
Die Duldungszahl ging in den Jahren nach dem "Chancenaufenthaltsrecht" zurück, das die Koalition aus SPD, Grünen und FDP 2022 eingeführt hatte. Dieses Gesetz ermöglichte Minderjährigen, die sich seit dem 31. Oktober 2022 in Deutschland aufgehalten hatten, für 18 Monate eine Art Aufenthaltserlaubnis auf Probe. Allerdings gelang es nicht allen, die Bedingungen für ein dauerhaftes Bleiberecht zu erfüllen.
Mehr als 13.000 Minderjährige wurden neu geduldet. Die Bundesregierung möchte den betroffenen Personen und Unternehmen Planungssicherheit geben, indem sie sichere Herkunftsländer, wie Ägypten, Bangladesch, Indien, Kolumbien, Marokko, Tunesien und die Türkei anerkennt.
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