Globale Trends: Das Brexit-Tabu ist gebrochen: Großbritannien erlebt eine neue EU-Debatte
Im Vereinigten Königreich wird wieder lebhaft über die Rückkehr in die Europäische Union gestritten. Aber auch Brüssel, Berlin und Paris müssen sich unangenehme Fragen stellen.
In Großbritannien findet "Budget Day" ein gemeinschaftliches Erlebnis statt, bei dem die Briten die jährliche Haushaltsrede des Schatzkanzlers in Pubs und Banken verfolgen. In diesem Jahr hofften die Erwartungen besonders auf einen wirtschaftspolitischen Neuanfang von Premierminister Andy Burnham. Sie waren jedoch enttäuscht, denn Burnham versprach statt eines "Neuanfangs" lediglich einen Rabatt auf Gewürzgurken.
Kemi Badenoch, eine führende konservative Oppositionsführerin, kritisierte den Haushaltsentwurf, der zwar 100 Einzelmaßnahmen enthielt, aber eine Strategie für Wachstum fehlte. Burnham hat seinen "Neuanfang" auf Europa ausgerichtet und erklärte, dass es für ihn möglich und wünschenswert ist, das Vereinigte Königreich in die EU zurückzuführen.
Dies brach das heimliche Brexit-Tabu, das Politiker aller großen Parteien zehn Jahre lang gehalten hatten. Nach dem Brexit im Jahr 2016, bei dem nur wenige mehr über das Thema sprachen, hat Burnham dieses Tabu gebrochen. Der Premierminister sprach nun über die EU, was in London zu politischen Debatten führte. Burnham argumentierte, dass Großbritannien ohne wirtschaftliche Beziehungen zu seinen europäischen Nachbarn sein Wachstumspotenzial nicht ausschöpfen kann.
Eine Mehrheit der Briten befürwortet allerdings eine Rückkehr in die EU und ist nicht einverstanden mit dem Brexit, der ihnen schaden und die Gefahr ihres politischen Rückgangs darstellt.
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