Politik: Finanzstaatssekretärin im Interview: So will Österreich vom Sparbuch- zum Anlegerland werden
Zukunftsdepot, Aktivpension, Betriebsrenten: Die Wiener Koalition baut die Vorsorge um. Finanzstaatssekretärin Eibinger-Miedl erklärt im Interview die Pläne. Eine Maßnahme kommt verspätet.
Im Ablauf des Jahres 2027 wird Österreich seine Altersvorsorge umstrukturieren, um ein "Zukunftsdepot" für alle Kinder ab Geburt anzubieten. Finanzstaatssekretärin Barbara Eibinger-Miedl erklärt, dass Österreich das einzige europäische Land ist, das keine steuerlichen Anreize für langfristiges Wertpapiersparen bietet. Das neue System soll Österreicher von "Sparern und Sparerinnen" zu "Investoren und Investierinnen" machen.
Jedes Kind erhält von Geburt an einen Startbetrag von 500 Euro, ohne Einkommensgrenzen. Eltern und Großeltern können bis zu 5.000 Euro pro Jahr einzahlen. Der Staat zahlt einmalig 500 Euro in das Depot, ohne Einkommensgrenzen. Das Kind kann den gesamten Betrag bei 18 Jahren steuerfrei abheben. Das Depot kostet 40 Millionen Euro pro Jahr, das Finanzministerium rechnet 20 Millionen Euro jährlich an mittelfristigen Kapitalertragsteuerverlusten. Österreich muss gegenwärtig aufgrund eines EU-Defizitverfahrens mit Brüssel einen Pfad zur Reduzierung seines Staatsdefizits finden.
Das Projekt wird als regressiv angesehen, da es Gutverdiener bevorzugen. Die Regierung spricht jedoch von einer Begrenzung des staatlichen Startkapitals für alle Kinder gleich hoch.
Written by urgent.news from Handelsblatt's reporting — not their text. Machine-written — may contain errors; check the original before relying on it.