Beyond the obvious: Erwartungen und Grenzen
Notenbanken sind keine Gesetzgeber und ihre Instrumente können fehlende Reformen nicht ersetzen – der Ball liegt bei der Politik.
Erwartungen spielen eine entscheidende Rolle in der Wirtschaftspolitik, insbesondere bei der Inflationserwartung. Diese Bedeutung wurde bereits im September 2021 durch einen Kommentar des Notenbank-Ökonomen Jeremy B. Rudd der US-amerikanischen Federal Reserve (FED) hervorgehoben. Rudd stellte die Sinnhaftigkeit der Steuerung nach Erwartungen in Frage, was eine Warnung war, da die Inflationserwartungen zuvor niedrig waren und dann plötzlich in den USA und der EU stark stiegen.
Im Oktober 2021 diskutierten Daniel Stelter und Professor Dr. Thomas Mayer über die Selbstüberschätzung der Notenbanker und die These der säkularen Stagnation. Während die Geldpolitik dazu beitragen kann, die Volatilität zu stabilisieren und der Politik Zeit zu verschaffen, kann sie die Grundlagen der staatlichen Finanzen oder Reformen nicht ersetzen, die Investitionen und Arbeit attraktiv machen. Das Fazit lautet, dass es an der Zeit ist, die geldpolitischen Rahmenbedingungen zu überarbeiten.
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