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Tiere, Pflanzen, Lebensräume: Leopoldina-Papier: Viel Nachbesserungsbedarf im Naturschutz

Schutzgebiete sollen die Natur bewahren. In Deutschland gibt es zahlreiche von ihnen. Doch bieten sie wirklich, für was sie ausgewiesen wurden?

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Tiere, Pflanzen, Lebensräume: Leopoldina-Papier: Viel Nachbesserungsbedarf im Naturschutz

Die aktuelle Bilanz der Schutzgebiete in Deutschland ist enttäuschend, so Experten. Nur sechs Prozent der Lebensräume und vier Prozent der Arten befinden sich in einem guten Zustand, wie ein umfassender wissenschaftlicher Bericht der Nationalen Akademie der Wissenschaften in Halle offenbart.

Schutzgebiete im Rahmen der europäischen Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie sollen besonders wertvolle oder bedrohte Tier- und Pflanzenarten sowie Lebensräume schützen. Doch die Autoren von Leopoldina-Papier betonen, dass die Festlegung von Schutzgebieten allein nicht ausreicht, um die biologische Vielfalt langfristig zu sichern und zu fördern.

Effektivem Management, regelmäßigen Kontrollen sowie ausreichend Personal und finanziellen Mitteln sind notwendig, um erhebliche Defizite in der Schutzausstattung der vielen Schutzgebiete zu beheben. Der Bericht präsentiert vier Beispiele erfolgreicher Naturschutzprojekte:

Der Nationalpark Kellerwald-Edersee in Hessen setzt einen konsequenten Prozessschutz ein, damit sich mehr als 90 Prozent der rund 7.700 Hektar weitgehend natürlich entwickeln können. Klare Schutzziele, schnelle Umsetzung, Besucherlenkung und moderierte Dialoge mit Interessengruppen zählen als Erfolgsfaktoren.

Das Wildnisgebiet Königsbrücker Heide in Sachsen bietet ein Beispiel für großflächige Wildnis außerhalb eines Nationalparks. Hier laufen natürliche Prozesse weitgehend ohne menschliche Eingriffe ab. In diesem Gebiet wurde 2023 das erste deutsche Wildnisgebiet von der Internationalen Naturschutzunion (IUCN) anerkannt. Allerdings gibt es hier einen Konflikt: Die natürliche Wiederbewaldung führt zu einem Rückgang offener Landschaften, die Artenvielfalt jedoch bleibt erhalten.

Der Irrenberg-Hundsrücken in Baden-Württemberg ist ein Beispiel für den Schutz einer artenreichen Kulturlandschaft. Die wertvollen Magerrasen müssen regelmäßig gepflegt werden, unter anderem durch ehrenamtliche Helfer. Ohne diese Pflege würden die Flächen wahrscheinlich zunehmend mit Brachliegen bedeckt und bewaldet.

Das Biosphärenreservat Spreewald in Brandenburg zeigt, wie Naturschutz, nachhaltige Nutzung und regionale Wertschöpfung miteinander verbunden werden können. Naturschutzbehörden, Landwirte und Tourismus zusammenarbeiteten bei der Renaturierung von Kanälen und Fließen. Die gute Kommunikation zwischen allen Beteiligten ist entscheidend für den langfristigen Erfolg. Die Renaturierung wird durch die Ausstieg aus der Braunkohleförderung unterstützt, der unmittelbare Auswirkungen auf den Spreewald hat.

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