Morning Briefing: Dubiose Deals, Drohungen gegen Staaten und Manager – wie Putin und Trump gemeinsame Sache machen
Der US-Präsident dealt mit Russland. Der russische Präsident versucht, Europa weiter einzuschüchtern. Wie das Duo den Verteidigungskampf der Ukraine hintertreibt.
Morgen, liebe Leser, Europa steht zu Beginn dieser Woche vor einem unangenehmen Aufguss von Russlands und den USA. In dieser Schar steht Donald Trump, der wiederum die Ukraine aus Lohn und Gebämmen gelassen hat. Er hat einige der eigenen Sanktionen gegen Russland aufgehoben, um russischen Diesel zu importieren. Auf der anderen Seite fordert der Präsident eine neue Präsidentin in der Ukraine.
Wie absurd das alle ist, das ist unklar. Entweder ist der Wirtschaftsantrieb sinnlos, weil die angekündigten 300.000 Tonnen Diesel nur 14 Stunden US-Bedarf decken. Oder er ist politisch unanständig: Laut FT drohen US-Vertreter, Waffenlieferungen einzustellen, wenn die Ukraine weiter räumt auf russische Raffinerien. Putin wiederum warnt, dass Russland die Infrastruktur und Rüstungschef von den ukrainischen Verbündeten intensivieren wird.
Seit gestern berichtet die FT über fünf europäische Nachrichtendienste, die Russland vor Eingriffen warnen. Ein Beispiel ist Rheinmetall-Chef Armin Papperger. Gestern verkündete Trump den "Energiewaffenstillstand", bei dem Ukraine und Russland sich auf eine Energieinfrastrukturstilllegung einigen. Wie diese Verhandlungen verlaufen hängt von der europäischen Gegenwehr ab.
Die Schuldenkrise stellt die zweite Seite. Bis Ende 2027 werden die 40 Dax-Unternehmen allein über 100 Milliarden Euro Schulden refinanzieren. Im Vergleich zu früher waren die Zeiten billiger: Während die meisten Staaten bessere Zeiten hatten, steigen die Anleihe-Zinssätze für Unternehmen mit guter und mittlerer Bonität von 3,5 auf 4,5 Prozent.
Dies belastet nicht nur die Refinanzierung, sondern auch die Zukunft. Deutsche Unternehmen verwenden schon fast 30 Prozent des Cashflows für Zinszahlungen. Unternehmen und Staat sind doch nicht so unähnlich.
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