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Spionageverdacht: „Mutmaßlicher Geheimnisverrat“: Britischer MI6 prüft mögliches Informationsleck beim BND

Westliche Geheimdienste wollen klären, ob der Spionageverdacht gegen Ex-BND-Chef Hanning eigene Quellen gefährdet hat. Frühere Top-Geheimdienstler skizzieren mögliche Folgen.

Spionageverdacht: „Mutmaßlicher Geheimnisverrat“: Britischer MI6 prüft mögliches Informationsleck beim BND

Spionageverdacht: Britischer ehemaliger MI6-Offizier erwartet umfassende Sicherheitsprüfung

Der ehemalige BND-Präsident August Hanning steht unter Verdacht, möglichen Informationsleck beim Bundesnachrichtendienst (BND) verantwortlich zu sein. Sowohl die britische als auch die amerikanische Geheimdienste prüfen deshalb, ob ihre eigenen Informationen oder Quellen kompromittiert wurden. Der Schutz gefährdeter Agenten und Informanten hat oberste Priorität.

Der ehemalige MI6-Offizier Matthew Dunn erwartet, dass der britische Auslandsgeheimdienst eine "umfassende interne Sicherheitsüberprüfung" durchführt. Dabei werden untersucht, welche Erkenntnisse mit dem BND geteilt wurden. Bei der Weitergabe vertraulicher Informationen gibt es normalerweise "automatische Kontroll- und Sicherungsmechanismen", zu denen auch die Bereinigung von Quellenangaben vor Weitergabe gehört.

Hanning sitzt derzeit in Untersuchungshaft. Ein Bundesgerichtshof-Richter hat den Haftbefehl gegen den 80-Jährigen vollziehen lassen. Unter den Anklagen stehen geheimdienstliche Agententätigkeit, landesverrat, Ausspähung von Staatsgeheimnissen und versuchter Landesverrat. Laut einem Bericht des "Telegraph" erwarte Dunn, dass die Beziehungen zwischen MI6 und BND nicht beeinträchtigt würden. Er setzt sich daher darauf, dass beide Dienste bei der Aufklärung zusammenarbeiten.

Ehemaliger Spitzenmann des israelischen Mossad äußerte sich zu dem Fall positiv: "Als ihre Freunde vertrauen wir ihnen und sind überzeugt, dass sie daraus gestärkt hervorgehen werden." Schwierigkeiten bestehen auch bei anderen Diensten, nach Aussage eines ehemaligen Büroleiters des ehemaligen BND-Präsidenten Manfred D., der ebenfalls in Untersuchungshaft sitzt.

Manche davon sollen vertrauliche BND-Erkenntnisse über Jahre hinweg erhalten haben. Hanning soll diese Informationen für seine Beratertätigkeit gewinnbringend genutzt haben. Ermittler prüfen, ob Hanning in einem Fall Erkenntnisse für eine Analyse für einen ausländischen Nachrichtendienst verwandt hat.

Der Vorsitzende des Geheimdienstkontrollgremiums im Bundestag, Marc Henrichmann (CDU), räumt ein, dass die Übergabe interner Dokumente nach bisherigem Wissen 2022 endete. Da ein Vergleich mit dem Spionagefall Günter Guillaume unter Bundeskanzler Willy Brandt unklar ist, behauptet er, dass ein Büroleiter in der heutigen Zeit, auch unter den heutigen Geheimschutzregeln, die breite Informationssuche nicht vollziehen könne.

Der Grüne-Politiker Konstantin von Notz fordert, dass Bundesinnenminister Alexander Dobrindt seinen Teil zur Aufklärung beistehe.

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