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Staatsanleihen: Die neue Macht der Schattenbanken – welche Rolle spielen sie beim Anleihecrash?

Experten zufolge könnten aufgelöste Hedgefonds-Wetten den jüngsten Kurseinbruch und Renditeanstieg bei europäischen Staatsanleihen befeuert haben. Notenbanker warnen seit Jahren.

Staatsanleihen: Die neue Macht der Schattenbanken – welche Rolle spielen sie beim Anleihecrash?

Staatsanleihen: Sorgen über Schattenbanken und ihr Einfluss auf den Anleihecrash

Jüngste Verkäufe europäischer Staatsanleihen haben Anleiheexperten Sorge über die wachsende Rolle von Schattenbanken aufgeworfen. Die Rendite des zehnjährigen französischen Staatsanleihes sank von 4,9% auf 4,78%, während die Rendite des deutschen Bundesanleihes von 3,7% auf 3,45% fiel. Der Abstand zwischen den Renditen französischer und deutscher Staatsanleihen ist ebenfalls geschrumpft. Christoph Rieger, Chefanlagestratege bei der Commerzbank, spricht von einer zunehmenden Unsicherheit unter Marktteilnehmern.

Schattenbanken, nicht definiert und oft negativ konnotiert, umfassen Finanzintermediäre, die keine Banklizenz haben, aber teilweise mit Banken vergleichbar sind. Dazu gehören Anleihefonds, ETFs, Geldmarktfonds, Pensionskassen, Versicherer und Hedgefonds. Diese Akteure halten und handeln mit Staatsanleihen und sind damit die größten Gläubiger der Industriestaaten.

Die BIZ-Forscher Mathias Drehmann und Sonya Zhu stellen in einer Studie fest, dass Staatsverschuldung und die wachsende Präsenz von Schattenbanken den Markt für Staatsanleihen geprägt haben. Obwohl Schattenbanken in guten Zeiten Liquidität beisteuern, könnten sie in Krisenzeiten als Schockverstärker fungieren und Marktverwerfungen verstärken. Die BIZ vermutet, dass Hedgefonds etwa 50% des elektronischen Handels mit europäischen Staatsanleihen ausmachen.

Sorgen bereitet auch die strategische Basistrade von Hedgefonds, bei der sie kleine Preisdifferenzen ausnutzen, um Risiken zu minimieren. Wenn kurzfristige Zinssätze steigen, müssen Hedgefonds ihre Strategien abwickeln, was zu Notverkäufen und einem weiteren Anleihecrash führen könnte. Dies könnte bereits Ende vergangener Woche zu Marktbewegungen beigetragen haben.

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