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Das Geschäft mit dem Gewicht: Abnehmspritze: Wird in Deutschland bald weniger gegessen?

Wenn bald Millionen von Menschen weniger Hunger haben, verändert sich dann auch das Einkaufs- und Konsumverhalten? Antworten auf die wichtigsten Fragen.

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Das Geschäft mit dem Gewicht: Abnehmspritze: Wird in Deutschland bald weniger gegessen?

Die Abnehmspritze ist ein Milliarden-Geschäft, das durch Blockbuster-Medikamente wie Ozempic und Wegovy steigt. Novo Nordisk, der größte Wettbewerber der US-Firma Eli Lilly, steht nun nach dem Börsenwert nach als wichtigstes Gesundheitsunternehmen der Welt. Das Medikament enthält den Wirkstoff Semaglutid, der den Appetit zügelt und das Sättigungsgefühl erhöht.

Eine YouGov-Studie zeigt, dass 1,7 Millionen Haushalte mit GLP-1-Nutzern ihre Einkaufsmengen innerhalb eines Jahres um 3 Prozentpunkte reduzierten. Dies könnte zu einem jährlichen Umsatzrückgang von etwa 325 Millionen Euro im Lebensmittelhandel führen. In Deutschland können die Medikamente seit etwa drei Jahren erworben werden, und seit diesem Herbst auch als Tablette.

2,8 Millionen Haushalte in Deutschland interessieren sich bereits für eine Behandlung, und 48 Prozent der Interessierten würden eine Tablette statt einer Spritze wählen. 70 Prozent der GLP-1-Nutzer berichten, dass auch andere Haushaltsmitglieder ihre Ernährungsgewohnheiten ändern. Der Tiefkühlkost-Hersteller Frosta berichtet, dass kleinere Packungsgrößen bei ihnen aktuell gut abschneiden, was möglicherweise auf bewussteren Portionierungsverbrauch hinweist.

Chips, Süßigkeiten, Snacks und Softdrinks könnten zu den größten Verlierern im Einkaufswagen werden. In Deutschland sanken die eingekauften Mengen an Kartoffel-Knabbergebäck pro Nutzer-Haushalt um 25 Prozent, und einige sogar gänzlich aufhörten, Chips zu kaufen. Auch bei Erfrischungsgetränken sanken die Mengen, mit bis zu 30 Prozent weniger Eistee und 24 Prozent weniger fruchtigen Getränken in den Niederlanden.

In Italien kauften GLP-1-Nutzer deutlich weniger Wein. Gesündere Warenkategorien wie Obst, Gemüse oder proteinreiche Lebensmittel könnten sich hingegen verbessern. Laut YouGov steigerten italienische Kurzzeitnutzer der Medikamente ihre Ausgaben für Obst und Gemüse nach Beginn der Behandlung. In den USA gaben Nutzer rund 15 Prozent mehr Geld für Obst und Gemüse und 11 Prozent mehr für proteinreiche Lebensmittel aus.

Während die Ausgaben für klassische Genusswaren und Snacks zurückgegangen seien, sei die Nachfrage nach gesündern, funktionalen und teilweise auch höherwertigen Produkten gestiegen. Hersteller wie Intersnack, Dr. Oetker und Arla reagieren darauf, indem sie mehr proteinreiche Produkte anbieten.

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