Präsidentenwahl: Stichwahl in Brasilien: Lula gegen Bolsonaro-Sohn Flávio
Die Präsidentenwahl in Brasilien geht in eine zweite Runde. Wie vor vier Jahren stehen zwei Namen zur Auswahl: Lula und Bolsonaro. Dieses Mal heißt Lulas Herausforderer allerdings mit Vornamen Flávio.
Die brasilianische Präsidentenwahl wird in einer Stichwahl bestimmt sein, in der der linksstehende Amtsinhaber Luiz Inácio Lula da Silva und der rechte Senator Flávio Bolsonaro, Sohn des ehemaligen Präsidenten, um den Sieg antreten. Nach der Zählung von 97 Prozent der Stimmen liegt Lula bei etwa 44,6 Prozent und Bolsonaro mit 47,4 Prozent hinter ihm, beides hinter dem erforderlichen absoluten Mehrheitsvorsprung.
Die Wahlen am 25. Oktober entscheiden, ob Lula eine vierte Amtszeit als Präsident beginnt oder Bolsonaros Sohn die Regierung übernimmt. Über 159 Millionen Brasilianer kamen zur Wahl. Lula, Angehöriger der Arbeiterpartei PT, setzt auf die Fortsetzung seiner seit 2023 verfolgten Politik mit Sozialprogrammen, öffentlichen Investitionen und einer stärkeren staatlichen Rolle.
Flávio Bolsonaro von der Liberalen Partei PL hingegen verspricht eine schlankere Regierung, Ausgabenkürzungen und eine härtere Linie gegen Kriminalität. Der Wahlkampf hat eine starke Polarisierung hervorgerufen. Lulas bisherige Amtszeit war gemischt: Die Arbeitslosigkeit sank, der Mindestlohn wurde angehoben und die Abholzung im Amazonas zurückging, aber steigende Lebenshaltungskosten und Korruptionsaffären belasteten die Regierung.
Jair Bolsonaro, der wegen eines Versuchs eines Staatsstreichs zu über 27 Jahren Haft verurteilt wurde, möchte sein politisches Erbe fortführen und Flávio Bolsonaro verspricht eine Amnestie für ihn. Andere Familienmitglieder der Bolsonaro-Familie konnten bereits Wahlerfolge erzielen. Sicherheit ist ein zentrales Wahlkampfthema, und Flávio Bolsonaro verpflichtet zusätzliche Haftplätze und Hochsicherheitsgefängnisse.
Lula hingegen setzt auf die Bekämpfung der finanziellen Strukturen organisierter Kriminalität. Die Außenpolitik war ebenfalls Teil des Wahlkampfs, wobei Trump Jair Bolsonaro unterstützt und Flávio Bolsonaro ihn im Weißen Haus besucht hat. Lula hingegen setzt auf die Verteidigung der brasilianischen Souveränität. Der Streit um das Oberste Gericht (STF) war ebenfalls ein Thema, insbesondere der Fall Daniel Vorcaro, bei dem die Bundespolizei wegen Finanzdelikten und Korruption ermittelt.
Flávio Bolsonaro kritisierte das Gericht und weigerte sich, Unregelmäßigkeiten zuzugeben. Unabhängig vom Wahlausgang wird die künftige Regierung auf Mehrheiten im Kongress angewiesen sein.
Written by urgent.news from Handelsblatt's reporting — not their text. Machine-written — may contain errors; check the original before relying on it.
This story
This is one outlet's version. Read the fullest account.
- Elections: Runoff in Brazil – Lula against Bolsonaro's son Flávio handelsblatt.com