Halbleiterindustrie: Großprojekt: Erfurt behauptet sich als Halbleiter-Standort
Wenn von der Chipindustrie in Ostdeutschland die Rede ist, geht der Blick meist nach Dresden. Doch auch Erfurt hat lange Traditionen in der Halbleiterfertigung. Und auch in Thüringen wird investiert.
Die Halbleiterindustrie in Thüringen gedeiht weiter, wie der Vorfall in Erfurt beweist. Der in Erfurt ansässige Halbleiterhersteller X-Fab will mit einer neuen Chipfabrik seine Produktion erheblich ausbauen. Die Grundsteinlegung des Großprojekts erfolgte am Montag und soll 300 bis 400 Millionen Euro kosten, betonte die Sprecherin von X-Fab Global Services GmbH.
Die EU hat im Vorjahr staatliche Finanzhilfen für neue Chipfabriken in Erfurt und Dresden genehmigt, um Europa unabhängiger in der Produktion dieser wichtigen Bauteile zu machen. Deutschland und Thüringen haben mit insgesamt 127,4 Millionen Euro zur Investition beigetragen. Die bestehende Fabrik von X-Fab war aufgrund der hohen Nachfrage weitgehend ausgelastet.
Die neuen Bauteile, die elektronische und optische Funktionen vereinen, sind beispielsweise für KI-Anwendungen, Rechenzentren und Medizintechnik bestimmt. Ende 2028 soll die erste Halbleiterproduktion in der neuen Reinraum-Fabrik beginnen, was 100 zusätzliche Arbeitsplätze mit sich bringt. X-Fab hat mehrere Fabriken in Europa, darunter in Dresden, Malaysia, Frankreich und den USA, und beschäftigt etwa 800 Mitarbeiter in Erfurt, die als operative Zentrale gelten.
Anders als das EU-förderte Massenhersteller-GlobalFoundries in Dresden, ist X-Fab auf spezielle Anwendungen spezialisiert, die von Kunden auf Lager gefertigt werden. Die X-Fab-Gruppe, die an der Börse in Paris notiert ist, hat ihre Wurzeln in Erfurt und wurde in der DDR mit dem Kombinat Mikroelektronik gegründet.
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