Kinder-Gesundheit: Adipositas in jungen Jahren: Sind Abnehmspritzen die Lösung?
Bei einigen Kindern mit extremem Übergewicht haben die üblichen Therapieansätze keinen Erfolg. GLP-1-Medikamente können ihnen helfen, den Hunger zu bremsen, allerdings sind die Langzeitfolgen unklar.
Jährlich leben in Deutschland etwa zwei Millionen Kinder und Jugendliche übergewichtig, davon etwa 800.000 mit Adipositas. Dabei sind zwei GLP-1-Medikamente zugelassen, Semaglutid und Liraglutid, die jeweils für Kinder ab bestimmten Altersgruppen eingesetzt werden können. Kinderarzt Susann Weihrauch-Blüher stellt klar, dass diese medikamentöse Therapie nur als Ergänzung zu einer gesunden Lebenshaltung betrachtet werden sollte.
Sie unterstreicht, dass Minderjährige mit extremer Adipositas in spezialisierten Zentren behandelt werden müssen, unter bestimmten Kriterien. Die Kosten für diese Behandlung müssen in der Regel von den Familien getragen werden, da Abnehmmittel in Deutschland als Lifestyle-Arzneimittel gelten.
Die Wirkstoffe in den Abnehmspritzen signalisieren dem Gehirn, dass das Essen genug ist, wodurch der Appetit geringer wird. Nebenwirkungen können Magen-Darm-Beschwerden, Übelkeit, Völlegefühl, Appetitlosigkeit und Durchfall sein. Langfristige Nebenwirkungen sind jedoch noch unbekannt, da diese Medikamente erst seit einigen Jahrzehnten existieren.
Ob die Krankenkassen die Kosten übernehmen oder nicht, ist bislang unklar, da Adipositas als chronische Erkrankung betrachtet wird und Jugendliche mit extremer Adipositas eine mögliche Übernahme der Kosten empfohlen wird.
Die Ursachen für extreme Übergewichtung sind vielfältig und von genetischen, psychosozialen, familiären und Umweltfaktoren abhängig. Es ist jedoch unklar, wie genau diese Zusammenhänge bei Kindern funktionieren. Prävention und frühzeitige Therapie im Kindesalter könnten enorme Kosten in Zukunft einsparen.
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