Pflegereform: Löhne für Pflegekräfte steigen – und damit auch der Eigenanteil
Die Zahlen fallen mitten in die politische Debatte um die Pflegereform. Denn die Pflegeversicherung steht unter massivem finanziellen Druck.
Die Stundenlöhne für Pflegekräfte in der Langzeitpflege sind auf durchschnittlich 24,50 Euro pro Stunde gestiegen, verglichen mit 3,4 Prozent im Vorjahr, meldete die Spitzenvereinigung der Krankenkassen (GKV). Diese Zahlen fallen mitten in die Debatte über eine Pflegereform, die das Bundeskabinett am Mittwoch teilweise umsetzte.
Unter anderem sollen höhere Beiträge für Kinderlose die finanzielle Not der Pflegeversicherung lindern, bis eine Kommission bis Januar Vorschläge für weitere Reformen unterbreiten wird. Je höher der Lohn, desto höher sind die Kosten. Die Pflegefachkräfte verdienen durchschnittlich 28,03 Euro pro Stunde, Pflegeassistenzkräfte 23,36 Euro und Pflegehilfskräfte ohne Ausbildung 20,96 Euro.
Die Pflegefachkräfte in der Altenpflege erhalten im Durchschnitt 4.438 Euro brutto im Monat, während die Krankenpflegekräfte 4.587 Euro verdienen. Es arbeiteten laut Bundesagentur für Arbeit (BA) 2025 rund 1,8 Millionen sozialversicherungspflichtige Pflegekräfte, ein Anstieg von 2 Prozent gegenüber dem Vorjahr und 320.000 mehr als noch 2015.
Pflegekräfte könnten davon ausgehen, fair und im Rahmen der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung bezahlt zu werden, sagte GKV-Chef Oliver Blatt. Die Pflegeheimbewohner zahlen jedoch mittlerweile mehr als 3.300 Euro im Monat für ihre Pflegekosten, 256 Euro mehr als im Vorjahr. Die SPD fordert einen Deckel für die Eigenanteile, die Union lehnt dies ab und befürwortet "sozialverträgliche Leistungszuschüsse".
Die Pflegeversicherung steht unter großer finanzieller Belastung, mit einem ersten Defizit von 1,2 Milliarden Euro für das laufende Jahr und 7,6 Milliarden Euro für das kommende Jahr. Bedenken gegen die Beitragsunterschiede für Kinderlose äußerte der DAK-Chef Andreas Storm.
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