Geld. Leben. Looman.: Warum Sie sich den Kauf einer Ferienwohnung drei Mal überlegen sollten
Der Kauf einer Ferienwohnung erscheint verlockend. Doch eine Beispielrechnung zeigt: Die Investition lohnt sich fast nie. Worauf Anleger achten müssen.
Moin liebe Landratten! Wenn Sie erwägen, eine Ferienwohnung am Meer zu kaufen, beispielsweise auf einer Nordsee-Insel oder an der Ostseeküste, sollten Sie diese Kolumne mit größter Aufmerksamkeit lesen. Vielleicht vermeiden Sie dadurch teure Fehler.
Während des Wochenendbesuchs auf Wangerooge fiel mir ein Makler aus Wuppertal auf, der ein "Immobilien-Juwel" mit beeindruckenden Worten präsentierte. Das Objekt wurde im Internet mit einem beeindruckenden Video vorgestellt und kostete 1.100.000 Euro inklusive aller Kosten wie Grundsteuer, Maklergebühr und Notarvergütung. Zehn Zimmer stehen für ebenso viel Geld zur Verfügung.
Entschuldigen Sie bitte meinen Neid, aber ist es wirklich notwendig, so viel Geld für ein Objekt mit 87 Quadratmetern zu investieren? Die Nutzung der Wohnung kostet jährlich 60 Tage, also zwei Wochen Ostern, ein Monat im Sommer und 14 Tage über Weihnachten und Silvester. Sie müssen sich die emotionalen Aspekte nicht vorstellen, denn sie sind vielfältig.
Finanziell betrachtet wäre die Immobilie eine Katastrophe, wenn sie ausschließlich für eigene Zwecke genutzt wird. Selbstverkauf im Jahr 2038 würde eine Rendite von lediglich 1,73 Prozent pro Jahr ergeben. Eine bessere Alternative wäre die Anlage der Gelder in Depots oder Aktien, die eine höhere Verzinsung von fünf Prozent bieten.
Doch nicht nur die finanziellen, sondern auch die emotionalen Kosten sprechen gegen den Kauf der Ferienwohnung. Werden Sie wirklich jahrelang Urlaub in einer fremden Umgebung verbringen? Möchten Sie nicht lieber mal wieder nach Heringsdorf fahren und in Kaisers Badewanne entspannen? Denken Sie auch daran, dass Sie Teil einer Eigentümergemeinschaft werden und regelmäßig mit anderen Eigentümern interagieren müssen.
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