Geldanlage: Aktien, Anleihen, ETFs, Optionen: So klappt es mit dem Nebenverdienst ohne Arbeit
Nichts tun und das Geld fließt trotzdem: Damit die Verheißung vom passiven Einkommen wahr werden kann, gilt es, häufige Fehler zu vermeiden – und sich von einer Illusion zu verabschieden.
Aktien, Anleihen, ETFs und Optionen – vier Anlagestrategien können einem aktiven Einkommen zusätzlich zu einem passiven Einkommen verhelfen. Psychologen erklären, dass das Gedanke an ein passives Einkommen unbewusst positive Emotionen hervorruft, wie Glück und Sicherheit. Valentin Haas, Psychologe und Führungskräfteberater, spricht von drei Wünschen, die dieser Idee zugrunde liegen: Sicherheit, Freiheit und Entlastung.
Die Handelsblatt zeigt, wie diese vier Strategien funktionieren. Viele Unternehmen bieten stabile Dividenden, die zur monatlichen Einkommensquelle werden können. Zusätzlich können Call-Optionen verwendet werden, um noch höhere Dividenden aus Ihren Aktien zu erzielen. Darüber hinaus bieten Fonds und ETFs hohe Dividendenrenditen für ein passives Einkommen.
Die Psychologen erklären, dass die Vorstellung von passivem Einkommen oft durch Glückssprüche und Erfolgsgeschichten im Internet gefördert wird, die jedoch nicht konkrete Informationen liefern. Wenn man sich weiterhin mit den Angeboten befasst, findet man oft keine konkreten Zahlen, um zu verstehen, ob ein passives Einkommen funktionieren kann.
Es hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie z.B. persönlichen Einkommen und Ausgaben, den Regeln für Vermögensaufbau und der Schaffung eines stetigen Einkommensstroms. Es ist wichtig zu unterscheiden, ob das passive Einkommen nur für die Ruhezeit bestimmt ist oder auch als Ergänzung zu anderen Einkommensquellen wie Gehalt oder Rente dienen soll.
Für Aussteiger ist es nur möglich, vollständig von ihrem Vermögen zu leben, wenn sie ein großes Vermögen ererbt haben, ein Unternehmen gegründet oder eine bahnbrechende Erfindung gemacht haben. Für Angestellte ist es hingegen sehr anstrengend, selbstständig einen Vermögensfund anzuregen, um diesen für den Ruhestand zu nutzen. Wie aufwendig dieser Weg ist, zeigt eine Beispielrechnung: Ein junger Mensch verdient mit 25 Jahren 3000 Euro und steigert jährlich um fünf Prozent.
Jahrzehnte später beträgt sein Nettoeinkommen fast 10.000 Euro. Wenn dieser Mensch monatlich die Hälfte seines Nettoeinkommens in einen ETF-Sparplan investiert, der eine Rendite von sieben Prozent erzielt, hat er nach 25 Jahren ungefähr 1,75 Millionen Euro. Diese Summe ist zwar beträchtlich, wird aber durch Inflation geschmälert.
Bei 2,5 Prozent Inflationsrate benötigt man 2700 Euro, um heute 1500 Euro zu kaufen. Wenn der Mensch ab 50 Jahren eine halbe Auszahlung seiner Ersparnisse wünscht, beträgt dieser Betrag etwa 2800 Euro von heute. Um hier einen Puffer zu haben, empfiehlt Finanzplanerin Stefanie Kühn 6000 Euro pro Monat. Diese "Rente" muss jährlich um 2,5 Prozent ansteigen, um eine Kaufkraft zu erhalten.
Mit 70 Jahren sind bereits 9340 Euro monatlich erforderlich, um den Lebensunterhalt zu bezahlen. Wenn die 1,75 Millionen Euro nicht weiter investiert werden, bleibt das Geld nur 19 Jahre reichen. Mit einer Rendite von 3,5 Prozent kann das Geld bis zum 77. Geburtstag genutzt werden, danach setzt sich die Person ausschließlich auf staatliche Rente zurück.
Diese Rechnung zeigt angesichts der steigenden Lebenserwartung, wie ungewiss die Zukunft ist und welche Bedingungen zur Erzielung eines stabilen passiven Einkommens erforderlich sind.
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