Jobsuche: Würden Sie ein Bewerbungsgespräch mit einem Roboter führen?
Interviews mit KI-Recruitern sollen Bewerbungsprozesse schneller und fairer machen. Für Unternehmer erweist sich das als durchaus hilfreich. Aber wie ist es für die Bewerber am Bildschirm?
Als der Softwareentwickler Felix Müller einen Online-Interview für eine Stelle bei einem schwedischen Lebensmittelkonzern durchführte, sah er keinen Menschen, sondern einen Avatar auf dem Bildschirm. Der virtuelle Recruiter befragte ihn mit Standardfragen: "Was sind Ihre Stärken und Schwächen? Und: "Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?" Der Avatar bewegte seinen Mund beim Sprechen, jedoch nicht authentisch. Es ähnelt einem Telefonbot, mit dem man von Kunden-Hotlines kennt.
Internationale Unternehmen beginnen ebenfalls, KI-Recruiter für Erstgespräche mit Bewerbern einzusetzen. Unternehmen profitieren von KI-Recruitern, da sie Hunderte von Bewerbern gleichzeitig interviewen können und zu jeder Tages- und Nachtzeit. Sie sind niemals müde oder krank, schlafen nicht, sprechen mehrere Sprachen fließend und helfen dabei, große Mengen an Bewerbern abzuweisen.
Allerdings fühlen sich Jobsuchende möglicherweise durch KI-Interviews beeinträchtigt. Für viele Bewerber ist ein Gespräch mit einem Menschen vorzuziehen. In Deutschland befürworten nur 58 Prozent der Befragten KI-Interviews. 42 Prozent der deutschen Bewerber haben einen Bewerbungsprozess abgebrochen, weil er ein KI-Interview beinhaltete. Die KI soll Auswahlprozesse beschleunigen, verkürzt aber auch die Chance für qualifizierte Bewerber, ihre Fähigkeiten und Erfahrungen zu präsentieren.
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