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Authentisch vs. professionell: Bühne oder unverstellt: Wie viel Ich verträgt der Job?

„Sei einfach du selbst“ - ein beliebter Karriereratschlag. Doch im Beruf kann radikale Authentizität zum Problem werden. Wie finden Beschäftigte eine Rolle, in der sie sich wohlfühlen?

Authentisch vs. professionell: Bühne oder unverstellt: Wie viel Ich verträgt der Job?

Im Berufsleben verhalten sich Menschen nicht immer so wie in ihrem privaten Umfeld. Sie berücksichtigen dabei ihre Gefühle, passen sich an und kontrollieren ihre Emotionen. Karrierecoach Rainer Niermeyer vertritt die Ansicht, dass radikale Authentizität in einem Arbeitsumfeld die Karriere schadet. Er betont, dass jeder am Arbeitsplatz eine Rolle einnimmt, ähnlich wie in einer Bühne, in der man inszeniert.

Die Frage lautet, welche Erwartungen der Arbeitgeber an den Mitarbeiter hat, und wie man glaubwürdig in dieser Rolle agieren kann. Professionalität und Affektkontrolle sind wichtiger als bloße Authentizität. Ein weiterer Experte, Professorin Laura Venz, betont, dass das Arbeitsumfeld ebenso wichtig ist wie die eigene Rolle. In einem Arbeitsumfeld, in dem Widerspruch oder Fehler als persönliche Attacke angesehen wird, ist die Offenheit für andere Meinungen begrenzt.

Psychologische Sicherheit ist entscheidend, damit Einzelpersonen authentisch bleiben können. Sie sollten selbst ihre Bedürfnisse und Grenzen äußern können, ohne Angst vor negativen Folgen zu haben. Wenn die eigenen Werte mit denen des Arbeitgebers nicht übereinstimmen, kann der Wechsel des Arbeitsplatzes sinnvoll sein.

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