Geldanlage: 13.000 Prozent Rendite – Lohnen sich Hebel-ETFs doch?
Experten warnen vor gehebelten Investments, die Kursentwicklungen verdoppeln sollen. Dabei liegen alle Produkte seit ihrer Auflage im Plus, zeigt eine Handelsblatt-Auswertung.
Verbrauchervertreter und Finanzprofis warnen stets vor gehebelten ETFs, da sie bürgen ein überproportional hohes Verlustrisiko. Dennoch gibt es Anleger, die diese Produkte bevorzugen. Die bermühtliche Rendite dieser ETFs ist überzeugend und die Performance kann überdurchschnittlich sein. Im Falle des Amundi-ETF auf den US-Technologieindex Nasdaq 100 hat der Hebel-ETF seit seiner Gründung im Jahr 2006 eine Rendite von 13.000 Prozent erreicht, verglichen mit knapp 2.000 Prozent für einen klassischen ETF.
Das Konzept hinter diesen Produkten klingt verlockend: Sie verdoppeln die tägliche Kursbewegung des zugrunde liegenden Index. Allerdings sind sie für Privatanleger zu kompliziert und bergen ein hohes Risiko. Die Deutsche Bundesregierung plant, seit 1. Januar 2027 Wertpapiere fürs Alter bereitzustellen. Dieses kritisiert Experte Matthias Lamberti.
Er verweist auf die wachsende Beliebtheit von Hebel-ETFs und fordert angesichts der staatlichen Förderung Vorsicht. Er schlägt vor, dass Deutsche nicht mehr zu Spekulanten werden, sondern Spar-Weltmeister. Hebel-ETFs funktionieren besser bei steigenden Kursen, aber sie sind bei einem Kursrückgang besonders gefährlich. Sie profitieren von Pfadabhängigkeit, bei der Gewinn- und Verlusttage einander beeinflussen.
Das kann dazu führen, dass der Hebel-ETF nach einer Seitwärtsphase im Minus liegt. Hebel-ETFs sind nicht als Dauerinvestment, sondern als Satelliten im Portfolio für risikobereite Anleger geeignet.
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